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IV. Die Zehn Gebote

Für einige sind Gebote eine feine Sache: Man braucht sich nur dran zu halten - und man ist immer auf der sicheren Seite. Hauptsache, kein Ärger.

Für andere sind Gebote eine lästige Sache: Sie sind unnütz und engen ein. Freiheit, Freude und Selbstverwirklichung sind nur außerhalb der Gebote möglich.

Weder die einen noch die anderen haben verstanden, worum es geht...

 

 

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Gebote im Allgemeinen
Gebote - subjektive Einschätzung

Vieles ist in der Bewertung subjektiv unterschiedlich. Was für einen Ureinwohner Sibiriens heiß ist, ist für einen Afrikaner unter Umständen kalt. Was ich als den Inbegriff der Schönheit bezeichne, findet mein Nachbar schlicht hässlich. So ist das eben: Wir sind alle unterschiedlich und empfinden unterschiedlich.

Das gilt auch für die Rechte, die ein Mensch hat: Manche Rechte oder Möglichkeiten werden als Befreiung gewertet, manche aber auch wieder als Belastung: Das Recht auf freie Berufswahl führt auch zur Qual der Wahl. Je mehr Rechte ein Mensch hat, desto mehr ist er in seiner eigenen Verantwortung gefragt. Und Verantwortung kann belasten. Je weniger Freiheiten ein Mensch hat - je weniger Rechte -, desto bequemer kann sein Leben sein - (ein Grund, warum sich viele in die freiwillige Enge einer Sekte begeben). Normalerweise reagieren wir aber allergisch auf eine solche Einengung durch Vorschriften, Regeln und Gebote - vor allem, wenn wir deren Sinn nicht nachvollziehen können.

Das gilt auch für die Gebote und Regeln, die sich in unserer Gesellschaft finden. Die Tatsache, dass wir in einer rechtsstaatlichen Gesellschaft leben, gibt uns Schutz und garantiert annähernd gleiches Recht für alle - führt aber auch zu zahlreichen Regeln und Vorschriften, die wiederum einengen und unangenehm begrenzen können. Vielleicht - so meinen einige Zeitgenossen - leben wir in einer Zeit, in der es zu viele Regeln gibt: Von der Verordnung über die Herstellung von Karamellbonbons nach EU-Recht bis hin zur Rückwärts-Einpark-Ordnung im Straßenverkehr.

"Objektiv Gutes" oder nur "Intersubjektiv Gutes"?

Nun könnte man meinen: Es darf überhaupt keine Gebote und Regeln geben, denn jeder muss ja selbst wissen, was richtig ist und falsch. Keiner darf einem anderen seinen Willen aufzwängen und Vorschriften machen. Was gut und schlecht ist, muss jeder selbst entscheiden.

Das ist aus zwei Gründen nicht richtig: Erst einmal kann natürlich jeder für sich entscheiden, ob etwas gut oder schlecht für ihn ist. Das ist zunächst eine Frage des Gewissens. Aber in dem Augenblick, in dem er sich danach richtet und danach handelt, betrifft diese persönliche Moral Andere. Und Andere können von dieser persönlichen Moral gar nicht so begeistert sein. Für das Zusammenleben ist es daher sinnvoll, dass man sich zumindest auf grundlegende moralische Ansichten einigt, damit die Einzelnen die größtmögliche Gelegenheit haben, nach eigenem Ermessen richtig (und falsch) zu handeln.

Wenn man aber davon ausgeht, dass alle moralischen Gebote und Regeln letztlich nur ein Kompromiss sind, damit jeder möglichst viel Freiheit in einer Gesellschaft hat, so wäre die Entscheidung darüber, ob etwas gut oder schlecht ist, eine Frage der Abstimmung, eine Frage der Demokratie.

Dann würde eine Gesellschaft eine Tat als Gut oder Böse bezeichnen, obwohl die Tat an sich keine moralische Qualität hat - sie ist es nur in den Augen dieser Gesellschaft. So, wie wir die Farben "blau" und "rot" festlegen, obwohl die entsprechende Wellenlänge des Lichts in keinerlei Hinsicht eine solche Festlegung nahelegt - blau und rot gibt es nur für den Menschen, nicht in Wirklichkeit.
Das kann aber wohl nicht sein: Es kann ja wohl kaum in Ordnung sein, wenn die Mehrheit der Deutschen im Dritten Reich abstimmen und den Juden ihr Lebensrecht abspricht...

Daher liegt es auf der Hand, dass "Gut" und "Böse" nicht nur Etiketten sind, die eine Gesellschaft nach eigenem Gutdünken verteilt, dass Gut und Böse also nicht nur eine Frage der Festlegung ist - sondern dass es tatsächlich so etwas wie Gut und Böse gibt. Weil wir auf eine bestimmte Art und Weise geschaffen sind, nennen wir das, was dieser Art und Weise entspricht, "Gut". Und wenn wir uns gerade gegen unsere Natur verhalten, gegen das, was eigentlich der Sinn der Schöpfung gewesen ist, "Böse". Das setzt natürlich so etwas wie einen Sinn der Schöpfung und somit auch einen Schöpfer voraus.

Mit einer rein demokratischen Festlegung lässt es sich im Normalfall gut leben. Aber wenn diese in außergewöhnlichen Situationen in Frage gestellt wird (z.B. im Verteidigungsfall oder in wirtschaftlichen Krisen), so fällt sie sehr schnell in sich zusammen. Warum soll man etwas, das man selbst festgelegt hat, nicht verändern? Zumindest dann, wenn es dem allgemeinen Wohl (wenn auch gelegentlich nur dem Wohl des eigenen Volkes) dient?
Aber halten wir fest: Regeln muss es geben. Jeder, der sich benachteiligt fühlt, wird auf Einhaltung von Regeln pochen - weil er sich in seinen Rechten verletzt fühlt. Wenn Menschen ohne Regeln leben würden, entsteht eine Gesellschaft, in der es dann nur noch ein Recht gibt: Das Recht des Stärkeren.

Regeln, Gesetze und Gebote sollen dieses Recht des Starken außer Kraft setzen: Sie stärken den Schwächeren und schränken den Stärkeren ein.

Gebote - Sinn und Verselbständigung

Wie wir Gebote nun empfinden, hängt einmal von der Frage ab, ob wir die Stärkeren sind, die durch die Gebote eingeschränkt werden, oder ob wir die Schwächeren sind, denen die Gebote Schutz geben; zum anderen aber hängt es aber auch davon ab, inwieweit wir deren Notwendigkeit und deren Sinn erkennen. Ein Stoppschild an einer gefährlichen Kreuzung erscheint uns sinnvoll, weil wir wissen, dass das Anhalten dort uns und Andere tatsächlich schützt. Umgekehrt weist ein Stoppschild Ortsunkundige auf eine solche Gefahr hin. Ein rote Ampel aber, die an einer übersichtlichen, menschenleeren Kreuzung steht, empfinden wir als lästig - vor allem, wenn wir es eilig haben. Wir sehen nicht ein, warum wir dort halten müssen.

In südlichen Ländern wird immer (zumindest immer öfter) hinter den Verkehrsregeln der Sinn gesehen - man hält sich oft nur daran, wenn es sinnvoll erscheint. In Deutschland neigen wir dazu, die Regeln einzuhalten, egal, ob sie noch sinnvoll sind: Am verkehrsfreien Sonntag (während der Ölkrise in den 70-er Jahren) haben die Fußgänger in Münster beispielsweise immer noch an den roten Ampeln auf Grün gewartet.

Gebote - Eine Frage des Vertrauens

Gebote sollen einen Sinn haben, sie sind nicht Selbstzweck. Aber nicht immer erkennen wir den Sinn sofort. In einem solchen Fall können wir uns darüber hinwegsetzen, weil wir davon ausgehen, dass sie ihren Sinn tatsächlich verloren haben - oder uns darauf verlassen, dass dieser Sinn zwar vorhanden ist, aber uns momentan nicht einleuchtet. Entscheidend dafür ist letztlich unser Vertrauen in die Kompetenz, die Fähigkeit und die Güte des Gesetzgebers.

Vertrauen wir der Kompetenz eines Gesetzgebers - bspw. einem Vorarbeiter, der mich an einer Maschine anlernt - so werden wir Anweisungen befolgen, auch wenn wir noch nicht richtig einsehen, warum es so besser sein soll. Fehlt dieses Vertrauen (weil wir es glauben, besser zu wissen - oder weil die Kompetenz des Vorarbeiters von uns stark angezweifelt wird), setzen wir uns eventuell über die Anweisungen hinweg.

Vertrauen wir der Güte eines Gesetzgebers - bspw. der Mutter, die uns mahnt, nicht beim Metzger Soundso einzukaufen - so werden wir ihre Anweisung befolgen. Sie meint es ja gut mit mir, auch wenn uns nicht klar ist, warum gerade dieser Metzger schlecht sein soll. Fehlt dieses Vertrauen in die Güte der Mutter aber - weil sie zum Beispiel eine nachtragende Person ist - so werden wir eher davon ausgehen, dass diese Anweisung aus einer persönlichen Abneigung heraus geschieht und uns nicht betrifft - und dann setzen wir uns darüber hinweg.

Gebote einzuhalten ist also nicht nur eine Frage, ob wir deren Sinn sofort erkennen. Wenn wir Gebote akzeptieren, hat das sehr viel mit unserer Einschätzung des Gesetzgebers zu tun. So formal, wie Gebote uns oft begegnen - es steckt doch immer auch ein persönliches Verhältnis dahinter: Vertrauen in Fähigkeit und Güte.

Die Zehn Gebote - Die Kirchengebote

Nun ist aber gerade in einer Gesellschaft, in der Vorschriften und Gesetzes ausufernd unübersichtlich werden, der Sinn vieler Vorschriften schwer zu erkennen - oder sogar ganz verloren gegangen. Das gilt auch vor allem für die Gebote der Religionen. Wer das Vertrauen in die Religion (oder in eine bestimmte Religionsgemeinschaft) verloren hat, wird auch die entsprechenden Gebote nicht mehr halten wollen, weil deren Sinn oft verkannt wird. Wer einer Religion nicht mehr eine echte Lebenskompetenz zutraut, wird auch die Gebote nicht mehr als Hilfe betrachten. Und wer einer Religion nicht mehr Wohlwollen zutraut, wird leicht hinter vielen Geboten gerade das Böswillige vermuten.

Das wird besonders deutlich an den Kirchengeboten, an den Regeln und Vorschriften, die eine Religionsgemeinschaft prägt. Aber auch die Zehn Gebote, die Grundlage der drei großen Religionen (Judentum, Christentum, Islam), werden zwar immer wieder erwähnt - aber nur zum Teil befolgt, am wenigsten noch die ersten drei Gebote, die ausschließlich religiös sind. Wer nicht selbst eine Beziehung zum lebendigen Gott hat, wird sich daran wohl kaum halten. Man vermutet hinter diesen Geboten einen Verlust an Lebensqualität - und an Freiheit.

Das Gegenteil ist der Fall.

«Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, dem Sklavenhaus.» So beginnen die Zehn Gebote. Es soll deutlich gemacht werden: Die Gebote stehen im Gegensatz zur Sklaverei, mit den zehn Geboten beginnt für euch die Freiheit, weil ihr mit ihnen das tut, was für euch gut ist.

Genau genommen steht nämlich im Urtext nicht: "Du sollst!", sondern: "Du wirst!" - Derjenige, der von Gott befreit wurde und ihn als Gott erkannt hat, wird die Gebote halten, weil er es sowieso will. Die Gebote sind nicht von Gott gegeben, damit Gott ein paar Regeln hat, nach denen er den Menschen beurteilen kann, sondern sie ergeben sich automatisch aus dem Verhältnis zwischen Gott und Mensch. Wer in die Nähe Gottes kommt, wird sich so verhalten, wie es in den Geboten geschildert wird.

Gott schließt äußerlich einen Bund mit den Menschen - beide Seiten versprechen eine Bundesleistung. Gott verspricht, für sein Volk da zu sein, sein Volk verspricht, sich an die Gebote zu halten. Damit ist aber nicht einfach nur ein Handel abgeschlossen, der auch anders aussehen könnte. Gott hat sich nicht einfach die Bedingungen als Leistung aus den Fingern gesogen - er verlangt als Bundesleistung auch nichts, was Gott "glücklich machen würde". Gott ist bereits glücklich, mit oder ohne Volk.
Nein, letztlich ist der Bund eine pädagogische Glanzleistung Gottes: Das Volk Israel geht auf die Bundesbedingungen ein, um sich der Bundesleistung Gottes zu versichern - und erfüllt gleichzeitig durch die Zehn Gebote die inneren Bedingungen, selbst gottfähig zu werden.
Falls das Volk (und jeder einzelne darin) sich aber doch einmal von Gott entfernen sollte, so erkennt es das daran, dass es die Gebote nicht mehr hält. Gleichzeitig sind die Gebote dann wieder auch eine Hilfe, damit es weiß, wie es wieder zurück kann zu seinem Gott.

Und so heißt es: Dieses Gebot, auf das ich dich heute verpflichte, geht nicht über deine Kraft und ist nicht fern von dir. Das Wort ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, du kannst es halten.

Das Gleiche gilt nun auch für die fünf kirchlichen Gebote: Sie sind keine Regeln, die wir zusätzlich zu unserem guten Verhältnis zu Gott halten müssen, sondern sie ergeben sich automatisch aus einem Vertrauensverhältnis zu Gott. In dem Augenblick, in dem wir diese Regeln nicht mehr einhalten, erkennen wir, dass unser Verhältnis zu Gott getrübt ist. Außerdem erkennen wir an den Regeln, wie wir wieder das Verhältnis bereinigen können.

Das Gewissen

Ein Zeichen dafür, wie sehr das sogenannte Naturgesetz in uns Menschen verankert ist (also nicht allein auf dem gesellschaftlichen Kompromiss beruht), ist unser Gewissen. In unserm Gewissen spüren wir intuitiv, was richtig und was falsch ist. Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Kultur wir aufwachsen. Jedem Menschen ist ein Gespür für Gut und Böse ins Herz gelegt.
Das Gewissen, das Gespür für Gut und Böse, muss aber gepflegt werden. In bestimmten Kulturen kann das Gewissen für bestimmtes Unrecht besonders empfindlich und wachsam gehalten werden, in anderen Kulturen wird das Gewissen für bestimmte Unrechtshandlungen verbildet. Das Gewissen ist somit zwar ein guter Kompass, aber es kann auch trügen, wenn wir uns nicht darum bemühen, es zu bilden.
Wenn wir aber unser Gewissen wirklich pflegen - d.h. Handlungen, die uns selbstverständlich scheinen, hinterfragen, Positionen, die in der Gesellschaft verbreitet sind, nicht einfach übernehmen -, dann kann unser Gewissen uns zuverlässig den Weg zeigen.

Um das Gewissen zu bilden, helfen Gesetze und Gebote, aber noch wichtiger ist es, das Gute hinter den Geboten zu entdecken - also der Sinn der Gebote. Wenn wir den verinnerlichen, dann brauchen wir die Gebote nicht auswendig lernen, dann haben wir sie im Herzen verstanden.

Jedem Menschen ist ein natürliches Gespür für Gut und Böse ins Herz gelegt. Aber das Gewissen ist keine Quelle religiöser Wahrheiten! Das Gewissen kann nicht darüber entscheiden, ob es einen Gott gibt oder nicht. Ob es aber gut ist, für diesen Gott zu töten (z.B. während der Inquisition oder im "Heiligen Krieg"), ist durchaus eine Gewissensfrage.

Eine gute Religion hilft dabei, das Gewissen zu bilden, denn eine gute Religion ist in Besitz von Erkenntnissen über den Willen Gottes - der immer gut ist - der uns hilft, selber gut zu leben.

Die Gnade

Eine der größten Gefahren für das Christentum ist aber, es auf eine Sammlung von Geboten zu beschränken. Unser Glaube hat nicht zum Inhalt: «Wenn Du folgende Regeln beachtest, wird Gott dich mögen und dich bei sich aufnehmen. Also tu was!» Unser Glaube hat vielmehr zum Inhalt: «Gott mag dich und weiß, wie schwer es dir fällt, dich ihm zu nähern. Deshalb hilft er dir, indem er dich stärkt und dir die Kraft gibt, zu ihm zu kommen.»

Der christliche - katholische - Glaube geht davon aus, dass die Christen nicht diejenigen sind, die die Gebote am besten halten können, sondern dass die Christen die Menschen sind, die erkennen, wie sehr sie hinter dem Willen Gottes zurückbleiben, die wissen, dass sie der Hilfe Gottes bedürfen. Christen sind nicht die besseren Menschen, sondern die Menschen, die Gott in Christus um Hilfe bitten.

Wer den christlichen Glauben als Rezept ansieht, als ein Sammlung von Vorschriften, die er beachten muss, um zu Gott zu gelangen, der vergisst das Wichtigste: Dass Gott sich selbst aufmacht, um uns zu helfen. Zu meinen, erst das Halten der Gebote würde mich mit Gott verbinden, ist nicht nur unmenschlich (das schafft keiner), sondern auch als Häresie des Pelagius von der katholischen Kirche verurteilt. Eine solche Lehre ist im doppelten Sinne des Wortes gnadenlos.

Zwar gehören auch konkrete Hinweise dazu, wie wir mit Gott ins Gespräch kommen können. Diese Hinweise, die auch manchmal als Gebote auftauchen, sind aber niemals Vorbedingung für die Gnade, sondern ein Wegweiser. Die Kraft aber, die uns bewegt (die Gnade) kommt allein von Gott.

In einem evangelikalen Büchlein "Roadmap to heaven" wird ebenfalls betont, dass die Gebote ohne Gnade nicht zum Glück führen. Allerdings driften die evangelikalen Baptisten manchmal in das andere Extrem. So heißt es dort (auf Seite 41):
"Die Bibel sagt, dass niemand durch das Halten der Zehn Gebote in den Himmel kommen wird. Das ist nicht das Ziel der Gebote. Gott gab sie uns, um uns zu zeigen, wie weit wir von Seinem vollkommenen Maßstab entfernt sind". Die Zehn Gebote sind demnach also nur Hinweis auf unsere schlechte Verfassung - aber kein Heilmittel. Das lehnt die katholische Kirche ebenfalls als Häresie ab: Weder die Gnade allein, noch der Mensch allein. Erst im Zusammenwirken der Gnade Gottes mit dem Bemühen des Menschen entsteht eine himmlische Wirklichkeit.
Deshalb dürfen wir im Christentum nicht aus Geboten Wertmaßstäbe machen: Wer bestimmte Gebote nicht halten kann, ist deshalb noch kein schlechterer Christ. Wer aber die Gebote nicht halten will, oder behauptet, man brauchte sie nicht zu halten, wer also seine Schwäche nicht eingestehen will, der lehnt damit auch die Hilfe Gottes ab.

Beispiel: Wer sich zum Beispiel bei der Selbstbefriedigung über lange Zeit nicht enthalten kann, ist deshalb noch kein schlechter Christ. Sobald aber behauptet wird, das sei keine schlechte Sache mehr, sondern so natürlich wie Essen und Trinken, wer also nicht zugeben will, dass er in diesem Punkt schwach ist, der sondert sich von denen ab, die gemeinschaftlich den Weg Gottes gehen wollen.

Möchtest Du mir schreiben? Für den Inhalt dieses Vortrages ist Peter verantwortlich.
Die zehn Gebote - mit zugehörigem Bibeltext
1. Ich bin der Herr, Dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.

Im biblischen Original heißt es:

Exodus 20, 2-6: (vermutlich die jüngere Fassung) Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus. Du sollst neben mir keine anderen Götter haben. Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgend etwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.
Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation; bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld.

Deuteronomium 5, 6-10: (vermutlich die ältere Fassung) Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus. Du sollst neben mir keine anderen Götter haben. Du sollst dir kein Gottesbildnis machen, das irgend etwas darstellt am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.
Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen und an der dritten und vierten Generation; bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld.

2. Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren.

Im biblischen Original heißt es:

Exodus 20,7: Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht.

Deuteronomium 5,11: Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht.

3. Gedenke, dass Du den Sabbat heiligst.

Im biblischen Original heißt es:

Exodus 20, 8-11: Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig! Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat.
Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel, Erde und Meer gemacht und alles, was dazugehört; am siebten Tag ruhte er. Darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und ihn für heilig erklärt.

Deuteronomium 5,12-15: Achte auf den Sabbat: Halte ihn heilig, wie es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht hat. Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Rind, dein Esel und dein ganzes Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat. Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du.
Denk daran: Als du in Ägypten Sklave warst, hat dich der Herr, dein Gott, mit starker Hand und hoch erhobenem Arm dort herausgeführt. Darum hat es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht, den Sabbat zu halten.

4. Du sollst Vater und Mutter ehren.

Im biblischen Original heißt es:

Exodus 20,12: Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.

Deuteronomium 5,16: Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht hat, damit du lange lebst und es dir gut geht in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.

5. Du sollst nicht morden.

Im biblischen Original heißt es:

Exodus 20, 13: Du sollst nicht morden. - Deuteronomium 5,17: Du sollst nicht morden.

6. Du sollst nicht die Ehe brechen.

Im biblischen Original heißt es:

Exodus 20, 14: Du sollst nicht die Ehe brechen. - Deuteronomium 5, 18: Du sollst nicht die Ehe brechen.

7. Du sollst nicht stehlen.

Im biblischen Original heißt es:

Exodus 20, 15: Du sollst nicht stehlen. - Deuteronomium 5, 19: Du sollst nicht stehlen.

8. Du sollst kein falschen Zeugnis geben über Deinen Nächsten.

Im biblischen Original heißt es:

Exodus 20, 16: Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.
Deuteronomium 5, 20: Du sollst nicht Falsches gegen deinen Nächsten aussagen.

9. Du sollst nicht die Frau Deines Nächsten begehren.

Im biblischen Original heißt es:

Exodus 20, 17: Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgend etwas, das deinem Nächsten gehört. (Hier sind 9. + 10. Gebot miteinander verbunden)
Deuteronomium 5, 21: du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen,

10. Du sollst nicht das Hab und Gut Deines Nächsten begehren.

Im biblischen Original heißt es:

Exodus 20, 17: Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgend etwas, das deinem Nächsten gehört. (Hier sind 9. + 10. Gebot miteinander verbunden)
Deuteronomium 5, 21: und du sollst nicht das Haus deines Nächsten begehren, nicht sein Feld, seinen Sklaven oder seine Sklavin, sein Rind oder seinen Esel, nichts, was deinem Nächsten gehört.