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Predigt zum Fest der Heiligen Familie
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1. Predigtvorschlag
(Pfr. Dr. Axel Schmidt, 2007)
Liebe Gemeinde!
Was hat Jesus Neues gebracht? So fragen viele immer wieder, und eine
einfache Antwort scheint nicht ohne weiters auf der Hand zu liegen. Der
Theologe Franz Mussner hat ein lesenswertes Büchlein zu dieser Frage
herausgebracht. In 15 Kapiteln gibt uns der Gelehrte Auskunft über
das Neue, das Jesus gebracht hat. Das ist für uns deshalb so wichtig,
weil wir immer wieder in der Gefahr stehen, die Botschaft Jesu für
altbekannt zu halten und eher nach etwas anderem Ausschau halten, das
unseren Drang nach Neuem befriedigen könnte. Zu dem Neuen, das Jesus
in die Welt gebracht hat, gehört die neue Sicht des Menschen, die
Paulus in seinem Kolosserbrief beschreibt. Wir haben daraus soeben einen
Abschnitt gehört. Gleich der erste Satz ist wegweisend: Ihr
seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen. (Kol
3,12) Neu ist an diesem programmatischen Satz, dass hier nicht mit einer
Aufforderung begonnen wird, nicht mit einem Gebot, sondern mit einer Feststellung.
Die christliche Ethik ist immer Antwort auf die vorausgehende Liebe Gottes
zu uns. Zuerst sind wir geliebt von Gott seit Ewigkeit;
alles andere ist Antwort auf diese überraschende Wahrheit. Wenn Sie
sich einmal fragen: »Warum bin ich überhaupt auf der Erde?«,
dann ist das die Antwort: Ich bin, weil ich geliebt werde. Das Hauptwort
im heutigen Lesungstext ist auserwählt: Gott hat jeden
einzelnen von uns seit Ewigkeit aus einer unendlichen Fülle von Möglichkeiten
quasi auserwählt noch bevor die Schöpfung war. Paul Gerhardt
drückt dies so aus: Da ich noch nicht geboren war, da bist
du mit geboren, und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt,
erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht,
wie du mein wolltest werden. Die nächste Frage, die man sich
dann stellen kann, lautet: »Wozu bin ich auf der Erde?, was ist
meine Bestimmung?« Die Antwort darauf lesen wir in den folgenden
Versen. Paulus spricht bildhaft vom neuen Gewand, das wir nun gleichsam
anziehen sollen, indem wir bestimmte Grundhaltungen in uns ausbilden,
die zum christlichen Leben gehören, eben zum Neuen, das mit Jesus
in die Welt gekommen ist. Kurz: Wir sollen als neue Menschen leben, indem
wir auf Gottes Liebe antworten. Darum bekleidet euch mit aufrichtigem
Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld. Jesus gibt das Maß
für den neuen Menschen vor, das Maß, das hier in fünf
Grundhaltungen aufscheint. Zuerst aufrichtiges Erbarmen: Diese
Haltung hat Jesus vorgelebt und in seiner Bergpredigt ausdrücklich
genannt: Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden.
(Mt 5,7) Eine Eigenschaft, die die Bibel immer zuerst Gott zugesprochen
hat, soll der neue Mensch verwirklichen, und er kann es, weil er von Gott
geliebt ist. Dann als zweites die Güte: Sie ist auf das Gute gerichtet,
das es in jedem Menschen gibt, sie sieht es, stellt es heraus, lobt es
und stärkt es durch gutes Zureden, Aufmunterung und Ansporn. Ein
Lehrer, eine Erzieherin ist gütig zu nennen, wenn er bzw. sie die
Fehler und Schwächen beim anderen zudeckt, nachsieht, den anderen
vor der Beschämung schützt und jede schlimme Etikettierung im
Keim verhindert und statt dessen die gute Seite hervorkehrt und verstärkt.
Fehlt uns diese Güte nicht allenthalben? Drittens die Demut:
Für diese Haltung hatte die heidnische Antike noch nicht einmal ein
Wort so fremd und neu ist dieser Mut zum Dienen, den Jesus gezeigt
und wärmstens empfohlen hat. Er ist das Gegenteil des Personenkults,
die Bedingung für echte Gemeinschaft. Vor allem in einer gefallenen
Welt, in der jeder immer wieder schwach wird und Fehler macht, kann es
ohne Demut keinen Neuanfang geben, sondern nur Trotz, Verachtung und Ausgrenzung.
Viertens die Milde oder Sanftmut. Sie öffnet sich dem Nächsten
friedlich und gewaltlos, ohne ihm zu nahe zu treten, ohne ihn zu übermächtigen.
Sie verzichtet nicht nur auf Gewalt, sondern sogar auf ihr eigenes Recht,
sie schlägt dem anderen die Wahrheit nicht um die Ohren, sondern
hält sie ihm hin wie einen Mantel, in den er hineinschlüpfen
kann. Schließlich fünftens die Geduld oder Langmut. Das griechische
Wort (makrojumi1a) besagt soviel wie ein weites Herz haben.
Gott hat unendlich viel Geduld mit uns, er lässt seine Sonne
aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über
Gerechte und Ungerechte (Mt 5,45) weil er geduldig ist mit euch
und nicht will, dass jemand zugrunde geht, sondern dass alle sich bekehren.
(2 Petr 3,9) Menschen mit einem engen Herzen regen sich über alles
auf; es muss alles nach ihren Vorstellungen gehen, sonst werden sie unerträglich.
Darum mahnt der Apostel: Ertragt euch gegenseitig, und vergebt einander,
wenn einer dem andern etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben
hat, so vergebt auch ihr! (Kol 3,13) Die Krone und Wurzel dieser
fünf Grundhaltungen ist die Liebe. Vor allem aber liebt einander,
denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen
macht. (Kol 3,14) Das griechische Wort Agape meint nicht die Liebe, die
auf die eigene Lust bedacht ist, sondern diejenige, die das Gute für
den Nächsten will, die Verantwortung übernimmt und zum Verzicht
bereit ist, wenn das Heil des anderen es erfordert. Die Heilige Familie
wird uns heute als Maß für ein christliches Familienleben vorgestellt,
denn in ihr sehen wir die genannten Grundhaltungen in Vollkommenheit verwirklicht.
Wir sollten aus ihr keine konkreten politischen Ideale ableiten, aber
es spiegelt sich das christliche Menschenbild in ihr. Wer nach erzieherischen
Idealen fragt, sollte auf Maria und Josef schauen, die ihrem Sohn aufrichtiges
Erbarmen, Güte, Demut, Milde und Geduld vorgelebt haben, so dass
dieser Gefallen fand bei Gott und den Menschen (Lk 2,52) und
später seinem Messias-Amt gewachsen war.
2. Predigtvorschlag
von Pfarrer Klaus Klein-Schmeink - 31.12.06
Liebe Schwestern und Brüder!
Am heutigen Sonntag gehen wir in die Schule. Eine ganz besondere Schule:
In die Schule der Hl. Familie.
Unsere Lehrer heißen Jesus, Maria und Josef.
Und wir haben drei Lektionen zu lernen:
Die erste: Die Arbeit.
Die zweite: Die Erziehung.
Die dritte: Das Gebet.
Die Arbeit.
Josef war ein Zimmermann, ein Handwerker. Es ist sicher, dass er Jesus sein
Handwerk beigebracht hat. Das war Gewohnheit damals in Palästina.
Aus meiner Sicht scheint es mir unvorstellbar, dass Josef schlecht gearbeitet
haben könnte oder Jesus nur sehr oberflächlich in die Arbeit einwies.
Jesus, der Sohn Gottes, ist die menschliche Arbeit nicht geflohen. Den Großteil
seines irdischen Lebens hat er seinem irdischen Vater bei der Arbeit geholfen.
Und Jesus war sicherlich ein guter Handwerker. Denn er war vollkommen Mensch.
Und auch Maria kann nicht eine faule Frau gewesen sein. Andernfalls würden
nicht so viele Bilder und Gemälde existieren, die die Madonna arbeitend
zeigen, währen der Engel zu ihr kommt, um ihr zu verkünden, dass
sie zur Mutter Gottes berufen sei.
Das Haus der Heiligen Familie war sicherlich ein Haus, in dem gearbeitet
wurde, gut gearbeitet wurde.
Gut gearbeitet, weil sie ihre Arbeit geheiligt haben. Die Mitglieder der Hl.
Familie wussten sich nämlich in der Gegenwart Gottes, der den Menschen
die Fähigkeit und die Kreativität gegeben hat zu arbeiten. Jesus,
Maria und Josef haben Gott ihre Arbeit als ein Opfer angeboten, weil sie wirklich
ganz Mensch sein und ihren Schöpfer ehren wollten.
Das ist das Ergebnis der ersten Unterrichtseinheit: Gut zu arbeiten ist eine
gerechte und gute Sache, weil wir so Gott zeigen können, dass wir ihn
lieben.
Jeder von uns muß arbeiten: sei es zu Hause, in der Fabrik, im Büro,
auf der Station, im Labor...
Jeder von uns kann seine Arbeit heiligen, indem er durch sie anderen hilft,
die Welt mitgestaltet und so Gott lobt.
Die zweite Lektion: Erziehung.
Jesus war vollkommen Mensch. Das heißt aber nicht, dass er es nicht
nötig gehabt hätte zu lernen. Der Sohn Gottes wurde erzogen von
Josef und Maria.
Der Evangelist Lukas nähert sich dieser Realität so:
Dann kehrte er mit ihnen nach Nazareth zurück und war ihnen gehorsam.
Das ist ein Beispiel für die jungen Menschen oder für die junggebliebenen,
die weiter lernen wollen:
Man muss die Bereitschaft haben, die Ratschläge der Menschen anzuhören,
die Erfahrungen haben. Nur der Mensch reift, der reifen Menschen horcht.
Der Sohn Gottes, der König der Welt war Maria und Josef gehorsam. Auch
wir sollten also bereit sein, weise und kluge Ratschläge und Hinweise
anzunehmen. Das gilt auch für das Glaubens- und Gebetsleben.
Aber die Hl. Familie zeigt auch wie es möglich sein kann, die jungen
Menschen in einer angemessenen Form zu erziehen:
Wußtet ihr nicht, dass ich in dem sein muß, was meinem Vater
gehört? So fragte Jesus seine Eltern, nachdem sie ihn nach langer Suche
endlich gefunden hatte.
Eine wirklich angemessene Erziehung zielt darauf ab, freie Personen hervorzubringen,
die die Fähigkeit haben, ein eigenständiges Leben zu leben. D. h.
dass die Erziehenden niemals die zu Erziehenden für sich besitzen. Die
Kinder sind nicht das Eigentum der Eltern, die Schüler nicht das der
Lehrer.
Jene freilassen, loslassen können, um die man sich sorgt – das
ist wohl mit die größte erzieherische Herausforderung. Man muß
lernen, die Kinder sozusagen von sich weg zu erziehen.
Beginnen wir nun mit der letzten Unterrichtsstunde für heute: Das Gebet.
Beten heißt, sprechen mit Gott. Aber wie? Die Antwort der Hl. Familie
auf diese unsere Frage klingt folgendermaßen: Mit Einfachheit, mit Natürlichkeit,
mit Vertrautheit.
Schauen wir auf Maria und Josef: Sie sprechen mit Jesus – also mit
Gott – jeden Tag, über wichtige und weniger wichtige Themen, während
des grauen Alltagstrotts und bei besonderen Gelegenheiten. Und sie sprechen
mit Jesus auch häufig ohne Worte, weil auch ein liebender Blick, eine
kleine Hilfe spricht.
Diese Atmosphäre des Gebetes fasst der Hl. Josefmaria, der Gründer
des Opus Die, einmal so zusammen:
Du hast mir geschrieben: "Beten ist Sprechen mit Gott. Aber wovon?"
- Wovon? Von Ihm und von dir, von Freude und Kummer, von Erfolgen und Mißerfolgen,
von hohen Zielen und alltäglichen Sorgen... Von deinen Schwächen!
Danksagungen und Bitten. Lieben und Sühnen.
Kurz, Ihn erkennen und dich erkennen: Beisammen sein!
Die Hl. Familie lehrt uns aber darüber hinaus auch die kirchliche Dimension
des Gebetes: Im Evangelium des Lukas heißt es auch einmal, dass Maria
und Josef das Jesuskind nach Jerusalem getragen haben, um es aufzuopfern,
wie es im Gesetz des Herrn geschrieben steht.
Die Hl. Familie ist so ein gutes Beispiel, die Gebote und Ratschläge
der Kirche ernst zu nehmen, weil Maria und Josef die Gebote des Alten Testamentes
ernstnahmen.
Die Tradition der Kirche ist reich an geistlichen Hilfen, z. B. die Sonntagspflicht
oder das Beobachten der unterschiedlich geprägten Zeiten des Kirchenjahres.
Nutzen wir diesen Reichtum!
Natürlich und einfach zu beten zusammen mit der Kirche – das ist
der letzte Lehrerfolg unserer heutigen Lektionen.
Sicherlich lohnt es sich immer häufiger in die Schule der Hl. Familie
zu gehen. Diese Erziehung kann uns Gläubige gerade jetzt Orientierung
geben, in einer Zeit, in der wir als Pfarrgemeinden zusammengehen.
3. Predigtvorschlag
Liebe Schwestern und Brüder, die Idylle von Weihnachten
zerbrach schon am 2. Weihnachtstag, als wir den Sterbetag
von Stephanus feierten, der als erste für den Glauben
an Jesus den Christus getötet wurde. Wenig später,
am 28.12., gedachten wir der unschuldigen Kinder von Bethlehem,
die ebenfalls für diesen Jesus sterben mussten.
Und schließlich wird Jesus für seine Menschwerdung
bitter leiden müssen: Er wird von den Menschen, für
die er Mensch geworden ist, gekreuzigt und getötet.
Und doch ist Weihnachten ein Fest der Liebe. Denn gerade
darin zeigt sich doch die wirkliche Liebe, dass sie zu jedem
Opfer bereit ist. Das sie nichts unversucht lässt, um
den Geliebten zu retten. Ja, dass Gott sogar bereit ist, sich
selbst zu opfern, nur um nichts unversucht zu lassen.
Dabei ist das Opfer Jesu keineswegs bei jedem Menschen
auf guten Boden gefallen. Bei vielen - wer weiß, wieviele
es sind - hat Jesu Menschwerdung, Leiden und Auferstehung
nichts bewirkt. Sie bleiben, wie sie sind: Kinder dieser
Welt und nur am Irdischen interessiert.
Aber Liebe, wirkliche Liebe fragt nicht danach, ob die Liebe
zum Erfolg führt. Sie ist Liebe, weil sie alles gibt,
ohne nach dem Gewinn zu fragen
Liebe Schwestern und Brüder, wir feiern heute das Fest
der Heiligen Familie. Damit bekommen wir unsere eigenen Familien
in den Blick: Wir sind alle aufgerufen, in unserer Familie
heilig zu werden; ja, sogar als Familie heilig zu werden.
Schock - meine Familie, heilig? Wahrscheinlich, so denken
wir, sind wir weit davon entfernt. Da wird gestritten, an
sich gedacht und um Spüldienste und Fernsehzeiten gefeilscht.
Die Idylle von Weihnachten zerbricht schnell, wenn wir daraus
ein Fest der um den Weihnachtsbaum versammelten Familie machen
wollen. Manchmal kommt es sogar noch härter: Viele Ehe
gehen auseinander und einige Familien zerbrechen, sobald die
Kinder auf eigenen Beinen stehen.
Und doch ist eine solch gebeutelte Familie oft eine heilige
Familie. Denn gerade darin zeigt sich doch die wirklich Liebe,
dass sie zu jedem Opfer bereit ist. Dass sie die Launen der
Schwester, die Bequemlichkeiten des Vaters erträgt, die
Empfindlichkeiten der Mutter und die Eskapaden des Bruders.
Wirkliche Liebe leidet, aber wächst auch dadurch, das
Opfer nötig sind.
Dabei sind solche Opfer keineswegs immer erfolgreich. Bei
vielen Menschen, ob Kinder oder Ehepartner, scheint manchmal
die größte Geduld und Liebe nichts zu bewirken.
Aber wirkliche Liebe fragt nicht danach, ob sie zum Erfolg
führt. Amen.
4. Predigtvorschlag
Liebe Schwestern und Brüder!
«Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz
des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre
Stadt Nazareth zurück.» Das ist das letzte Ereignis
in der Kindheit Jesu, das berichtet wird. Nur von dem Bericht
über den Verlust des zwölfjährigen Jesus unterbrochen,
schweigt sich die Hl. Schrift ab nun über fast dreißig
Jahre des Lebens Jesu aus.
Wer das Leben Jesu betend hört oder liest - und nicht
nur neugierig wie einen Zeitungsbericht - dem kann gerade
das Schweigen der Evangelisten so einiges sagen.
-
Zum Beispiel wird deutlich, wie wichtig es ist, dass
sich vieles zunächst einmal im Verborgenen abspielt.
Wie alles in der Natur braucht auch alles in unserem Leben
Raum und Ruhe, um heranzureifen.
-
Vor allem das Gebet muss in alle Ruhe gelernt werden.
Nicht sofort in aller Öffentlichkeit, in der Hochform
der Liturgie, des Gottesdienstes hier in der Kirche. Nein,
zunächst brauchen wir den geschützten Raum der
Familie, um beten zu lernen. Wer zuhause nicht betet,
der kann es auch nicht in der Kirche. Wie soll jemand,
der sich schämt, mit seinem Ehepartner zu beten,
in der Kirche mit wildfremden Leuten beten?
-
Das Schweigen über das Leben der Heiligen Familie
in Nazareth lehrt uns weiter, wie wichtig das erfüllte
Schweigen in der Familie ist. Gerade Menschen, die sich
nichts mehr zu sagen haben, beginnen damit, pausenlos
zu reden, die Stille mit Fernsehen oder Musik zu übertönen.
Wir verlieren schnell den Blick für das Schöne
in uns, das liebenswerte in den Anderen. Wir verlieren
uns selbst aus den Augen. Wenn wir irgendwo lernen können,
wie wichtig die Ruhe ist zur persönlichen Vorbereitung,
zum Gebet, zur Ordnung meines eigenen geistlichen Lebens,
dann nur in der Familie.
-
Wie tief das Wesen der Liebe ist, lernen wir weiterhin
vor allem in der eigenen Familie: Wir sind nicht eine
Familie, weil wir gut zu einander passen. Wir haben uns
unsere Eltern nicht ausgesucht, wir haben uns unsere Kinder
nicht aus dem Katalog gewählt. Wir haben uns als
Familie nicht zusammengefunden, weil wir uns innerlich
so nahe stehen. Sondern umgekehrt: Weil wir eine Familie
sind, deshalb gehören wir zusammen. Sympathie oder
ein zärtliches Gefühl machen es uns leichter,
einander zu lieben. Aber tiefer geht das, was Gott uns
wissen lässt: Ich habe Euch als Familie so gewollt.
Bleibt in meiner Liebe.
-
Ein Letztes zeigt uns die Heilige Familie, besonders
in der Person des Josefs. Es ist nicht sein Kind, das
er heranzieht, für das er arbeitet und lebt. Aber
er hat es angenommen. So haben auch heute einige Eltern
Kinder angenommen, die nicht ihre eigenen sind. Und scheinbar
liegt die Betonung dann auf den letzten Satzteil: «Die
nicht ihre eigenen sind.» Aber worauf es vor Gott
ankommt, ist der erste Teil: Sie haben es angenommen.
Denn nur das macht eine Familie zur Familie: Dass sie
sich annehmen.
Auch das ist die deutliche Botschaft der dreißig verborgenen
Jahre: Dass Gott uns und unser Leben angenommen hat, dass
er uns als seine Kinder angenommen hat. Weil er uns, meine
lieben Schwestern und Brüder, liebt wie seinen eigenen
Sohn.
Damit wir einander sagen können: Meine lieben Schwestern
und Brüder. Amen.
5. Predigtvorschlag
Liebe Schwestern und Brüder, die anglikanische Kirche
- und ich meine auch, dass andere christliche Kirchen dem
gefolgt sind - haben alle frauenfeindliche Stellen der Bibel
aus den offiziellen Lesungen gestrichen. Das ist an für
sich ja auch sehr löblich. So wurden schon im letzten
Jahrhundert alle brutalen Stellen der Psalmen aus den Gesängen
der Kirche gestrichen. Es muss nicht alles, was in der Bibel
steht, auch im Gottesdienst vorgelesen werden. Die Bibel ist
zudem ja auch nicht immer so ganz jugendfrei...
Es ist kein Problem, bestimmte Stellen der Bibel für
den Gottesdienst zu meiden. Ein Problem liegt allerdings in
der Frage, wann eine Stelle frauenfeindlich ist. Wann eine
Stelle zu brutal ist, ist wenig strittig. Wann aber ist eine
Aussage frauenfeindlich?
Wir haben gerade in der Lesung gehört: «Ihr Frauen,
ordnet Euch Euren Männern unter, wie es sich im Herrn
geziemt.» Paulus, der diesen Brief geschrieben hat,
wird in Bezug auf diese Stelle von heutigen Christen bezichtigt,
Christus nicht richtig verstanden zu haben. Da sind vor Gott
doch alle gleich und keiner braucht sich unterzuordnen.
Liebe Schwestern und Brüder, eine Beziehung, in der
sich der eine dem anderen nicht mehr unterordnen kann, ist
allerdings keine Liebesbeziehung mehr, höchstens noch
eine Partnerschaft. Jesus hat sich seinen Eltern auch untergeordnet.
Und trotzdem war er die Liebe in Person.
Wir haben nämlich einen etwas «anarchischen»
Begriff von Liebe. So, als wenn es reicht, dass wir uns nur
«lieb haben», und alles wird gut. Das ist sehr
trügerisch und blauäugig. Denn jemanden «zu
lieben», und gleichzeitig sich selbst zu verwirklichen,
indem ich von meinen eigenen Wünschen keine Abstriche
mache - das ist keine Liebe.
Jede Liebe braucht Ordnung, und jede Ordnung braucht Liebe.
Eine Ordnung ohne Liebe ist grausam: Wenn wir uns nur noch
an Vorschriften halten, Gesetze befolgen, ohne darauf zu achten,
ob Menschen dabei auf der Strecke bleiben; wenn die oberste
Pflicht des Bürgers die Ordnung ist, ohne nach der Güte
zu fragen - dann herrscht keine Ordnung, sondern Diktatur.
Aber die Liebe braucht auch die Ordnung und Unterordnung.
Wenn wir jede Ordnung über den Haufen werfen, weil unsere
Liebe jetzt in eine andere Richtung geht, wenn wir jede Vorliebe
als oberstes Gesetz ausgeben, dann fehlt uns nicht nur die
Ordnung, sondern auch die Liebe.
Es ist ein Fehler, Ordnung und Liebe als Gegensätze
zu sehen. Sie sind eher wie zwei Pole, zwischen denen unser
Leben ausgespannt ist wie ein Faden. Wenn einer der beiden
fehlt, dann geht auch das Leben zugrunde.
Paulus geht es genau darum: Die Liebe nicht zu verlieren,
indem wir im Chaos versinken. Die ersten Christen hatten,
das zeigen die Briefe des Paulus, oftmals gedacht, sie wären
nicht nur von den jüdischen Gesetzen befreit, sondern
überhaupt von allen religiösen und staatlichen Ordnungen.
Allein die Liebe zählt, dachten einige, und begannen,
sich gegenseitig zu zerfleischen. Paulus hat sie immer wieder
zur Unterordnung gemahnt, um der Liebe willen.
Und das tut er hier auch: Er ruft die Familien zur Ordnung
und ermahnt die frühen Christen vor allem in den Punkten,
die ihnen offensichtlich schwer gefallen waren. Wenn er die
Frauen zur Ordnung und die Männer zur Liebe ermahnt,
dann heißt das nicht, dass die Männer sich nicht
unterordnen und die Frauen nicht lieben bräuchten. Beide
sind dazu aufgerufen, zu lieben indem sie sich dem anderen
unterzuordnen. Sich unterzuordnen ist weder frauenfeindlich
- noch männerfeindlich. Sich einander unterzuordnen,
heißt sich zu lieben.
Gerade das meint ja «lieben»: Den anderen hochschätzen,
ihn zu achten und zu ehren; sich selbst mit den eigenen Vorlieben
dem anderen unterzuordnen. Eine Familie braucht eine solche
Ordnung und Unterordnung, um der Liebe willen. Natürlich
hat sich das Rollenverständnis in den letzten Jahrzehnten
verändert. Vor allem die Rolle der Frau ist eine andere
geworden. Das ist gut so. Wenn wir - Männer und Frauen
- aber verlernen, uns unterzuordnen, dann verlernen wir auch
das Lieben. Dann bleiben vielleicht noch Partnerschaften.
Aber dann ist kein Platz mehr für Liebesbeziehungen.
Amen.
6. Predigtvorschlag
(Pfr. Dr. Axel Schmidt, 2006)
Liebe Gemeinde!
Das heutige Evangelium ist das einzige im NT, in dem vom jugendlichen
Jesus die Rede ist. Wir wissen über die psychologische Entwicklung
des jungen Jesus sonst nichts. Lediglich das heutige Evangelium erzählt
uns von einem Ereignis, das für Jesu Selbstverständnis und auch
das Leben seiner Familie fundamental und existentiell tiefgreifend war.
Es muß damals wie ein Lauffeuer durch die Plätze und Hallen
des Tempels gelaufen sein: Ein Zwölfjähriger aus Nazareth sitzt
mitten unter den Lehrern, hört ihnen zu und stellt Fragen!
(Lk 2,46)
Was war vorher passiert? Die heilige Familie war zum Paschafest nach
Jerusalem hinaufgezogen. Dort erlebten sie die Opferfeier mit: Tausende
von Opferlämmern wurden geschlachtet zur Erinnerung an den Auszug
aus Ägypten und zur Entsühnung des Volkes. Es ist zu vermuten,
daß dieses blutige Ritual Jesus nicht kalt gelassen hat. Die Erschütterung
hat vermutlich zur Entwicklung seines Selbstbewußtseins wesentlich
beigetragen. Ihm dürfte jetzt klar geworden sein, daß diese
Opferlämmer etwas mit seinem eigenen Weg zu tun hatten: Er würde
sich hingeben als das wahre Lamm, um die Sünden der Welt zu tragen
und hinwegzunehmen.
So mußte er die Gelehrten fragen, was sie von der Schrift verstanden,
insbesondere von den Verheißungen des Messias. Jesus war offenbar
so sehr in dieses Gespräch vertieft, daß er nicht nur die Zeit,
sondern auch seine Eltern vergaß; so kam es zu der brüskierenden
Frage: Wußtet ihr nicht, daß ich in dem sein muß,
was meinem Vater gehört? (Lk 2,49) So als wäre es das
Selbstverständlichste auf der Welt, daß er dort mit
den Schriftgelehrten im Tempel saß!
Dies Erlebnis hat Maria und Josef sehr betroffen gemacht. Was Jesus da
von sich und von seiner einzigartigen Beziehung zu seinem Vater im Himmel
sagte, war für sie neu. Es überstieg ihr Fassungsvermögen.
Sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte. (Lk 2,50)
Maria hat sich über die Antwort Jesu nicht geärgert, sie verstand
einfach nicht, was da mit ihrem Sohn los war. Es heißt schlicht,
daß sie alles, was geschehen war, in ihrem Herzen bewahrte
(Lk 2,51) in der Hoffnung, daß sie es später vielleicht
einmal verstehen würde. Maria und Josef mußten lernen, daß
ihr Sohn ein Geheimnis hatte, sie mußten mit Jesus einen Weg gehen,
der sie immer tiefer in den Glauben führte. In den Glauben an einen
Gott, der in einzigartiger Weise der Vater ihres Kindes Jesus war.
Wir nennen Maria, Josef und Jesus die heilige Familie. Schon
diese Bezeichnung macht das Ganz-anders-Sein dieser Familie deutlich,
so daß wir verführt sind zu meinen, daß wir eine solche
Idealfamilie nie sein und darum auch nichts von ihr lernen können.
Aber bei allem Unterschied kann uns die Begebenheit des heutigen Evangeliums
doch etwas Wichtiges über den Generationenkonflikt sagen. Wenn es
schon für Maria und Josef schwer war, ihren Sohn zu verstehen, muß
es uns dann wundern, wenn auch heute zwischen den Generationen Mißverständnisse
und Unverständnis aufkommen?
Nicht das ist das Schlimme, daß es solche Mißstimmungen gibt,
sondern daß viel zu häufig falsch damit umgegangen wird! Z.B.
daß man sich gegenseitig die Schuld zuweist, das Gespräch abbricht,
einander die kalte Schulter zeigt. Die Erfahrenen sollten vor allem Geduld
walten lassen, die Jungen dagegen bedenken, daß ihr Standpunkt nicht
der einzig wahre und der einzig mögliche ist. Ihnen kann vielleicht
der witzige Spruch von Mark Twain helfen: Als ich 14 Jahr alt war,
war mein Vater für mich so dumm, daß ich ihn kaum ertragen
konnte. Aber als ich 21 wurde, war ich doch erstaunt, wie viel der alte
Mann in sieben Jahren dazu gelernt hatte.
Maria hat ihren Sohn gefragt: Kind, wie konntest du uns das antun?
Sie spricht damit all ihre Sorge und Angst aus, die sie drei Tage lang
erlitten hat. Das hat ihr zwölfjähriger Sohn offenbar nicht
gewußt und auch nicht gewollt. Es war in Ordnung, ihm das vor Augen
zu führen. Aber Maria hat nicht hinzugesetzt: Was haben wir
nicht alles für dich getan! Und das ist der Dank dafür?
Solche Vorwürfe sollte man seinen Kindern ersparen, denn sie
erzeugen nur unnötigen Druck und tragen zum Verständnis nichts
bei. Dies gilt freilich noch weit mehr von der berüchtigten Satzeinleitung:
Solange du deine Füße unter unseren Tisch setzt
Konflikte sind im Leben unvermeidlich. Wenn sie auf eine vernünftige
Weise ausgetragen werden, können sie zu einer reiferen Beziehung
führen, zu einem besseren gegenseitigen Verständnis und zu einer
wachsenden Hochschätzung des Anderen. Dies wird freilich nicht immer
gelingen, manchmal scheint es einfach keine Lösung zu geben. Dann
ist aber immer noch Zeit und Gelegenheit, Maria, Josef und Jesus als Fürsprecher
anzurufen. Sie kennen sich mit so etwas aus, und sie können gewiß
vom Himmel her helfen.
7. Predigtvorschlag
von Pfarrer Klaus Klein-Schmeink - 23.02.97
Liebe Schwestern und Brüder!
Die Geburt eines Kindes ist immer Anfang einer Familie.
Die Geburt Jesu lässt die Kirche heute das Fest der Hl. Familie feiern:
Jesus, Maria und Josef.
Die Geburt Jesu in Betlehem gab dieser Familie, die in der Geschichte außergewöhnlich
und einzigartig ist, ihren Anfang.
Empfangen vom Hl. Geist wurde der Sohn Gottes von Maria, der Jungfrau geboren.
Josef wurde von Gott die echt väterliche Fürsorge über das
Kind und seine Verlobte anvertraut. Er war vor dem jüdischen Gesetz der
Ehemann Mariens.
Die Hl. Familie wird an diesem Tag der Welt als Vorbild gezeigt, an dem sich
die Familien aller Menschen orientieren können.
Auch wenn in der Hl. Schrift nur wenig über die konkreten Ereignisse
im Leben der Hl. Familie zu erfahren ist, so wird uns doch die Atmosphäre
in dieser Familie deutlich vor Augen geführt.
Wir hören, wie sie die Schwierigkeiten des Anfanges meistern.
Wir sehen sie ihre religiösen Pflichten erfüllen, indem sie z.B.
für den Sohn das übliche Opfer darbringen oder alljährlich
zum Paschafest nach Jerusalem ziehen.
Das heutige Evangelium bringt uns auch den Erziehungsstil, der die Familie
von Nazareth prägte, nahe:
Jesus kehrte mit ihnen nach Nazareth zurück und war ihnen gehorsam...“
Kinder brauchen diesen Gehorsam. Die Bereitschaft sich von reifen Menschen
etwas sagen zu lassen, hilft, selbst reifer zu werden.
Also, liebe Jugendlichen, nicht alles ist schlecht, was die „Alten“
Euch sagen. Natürlich reibt Ihr Euch manchmal daran. Aber daran wachst
ihr.
Jesus ist den gleichen Weg des Gehorsams gegangen. Warum also nicht auch Ihr?
Josef und Maria waren sich ihrer Verantwortung für die Erziehung bewusst.
Sie erziehen Jesus nicht für sich. Sie erziehen ihn um seiner
selbst willen, für die Aufgaben, die er einmal übernehmen soll.
Liebe Eltern, die Kinder von sich weg zu erziehen, ist vielleicht mitunter
das, was am schwierigsten fällt, was am meisten schmerzt.
Aber es geht nicht anders. Daran erinnern die Wort Jesu zu seinen Eltern:
Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?
Die Familie ist für die Erziehung der Kinder unersetzbar. Wo die Familie
in Gefahr ist, da ist der Einzelne und die Gesellschaft in Gefahr. Verwahrlosung,
Verantwortungslosigkeit und soziale Kälte drohen dann.
Wenn Gott Mensch wird und in einer Familie aufwächst, dann ist klar,
dass die Familie mehr ist als eine rein menschliche Institution, mehr als
eine soziale, wirtschaftliche und rechtliche Einheit.
Man kann sagen, dass Gott selbst der Urheber der Familie ist, weil er in
einer Familie Mensch wurde.
Deshalb ist sie auch nicht ohne den Rückgriff auf das Wort Gottes und
die Lehre der Kirche veränderbar.
Aus diesem Grund machen mir aktuelle Diskussionen Sorgen. Nein, sie machen
mich zornig.
Den von der Regierungskoalition erarbeitete und anderen Gruppierungen forcierte
Gesetzentwurf zur sogenannten Homoehe, also zur Gleichstellung gleichgeschlechtlicher
Lebensgemeinschaften mit der Ehe, kann ich nur aufs Schärfste verurteilen.
Die gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften werden de facto den Familien
gleichgestellt.
Sie sollen vor dem Standesamt geschlossen werden. Viele rechtliche Vorteile,
die bisher allein den Familien galten, sollen auf diese Gemeinschaften übergehen.
Zum Beispiel das Recht auf Adoption. Der Gipfel der Unverschämtheit aber
scheint mir zu sein, dass das „Familiengericht“ diese Homoehen
scheiden soll.
Eine Familie aber entsteht, wenn ein Kind geboren wird. Die Homoehe ist aber
logischerweise zur Zeugung eines Kindes selber nicht fähig. Dagegen ist
nun einmal die Natur, und damit der Wille Gottes.
Ein Kind in der Homoehe wird um die notwendige Erziehung durch das andersgeschlechtliche
Elternteil betrogen? Damit ist eine gesunde Erziehung der Kinder letztlich
unmöglich.
Die von Rot/Grün geplante Homoehe ist in dieser Form verfassungswidrig,
weil sie den im Grundgesetz verbürgten Schutz der Ehe und Familie in
den Wind schlägt.
Außerdem baut die Regierungskoalition damit am Untergang unserer Gesellschaft
kräftig mit.
Aber nicht nur wegen der rein menschlichen Unvernünftigkeit ist dieses
Ansinnen von uns Christen abzulehnen.
Denn es geht noch viel weiter. Es ist letztlich eine staatlich geförderte
Legalisierung der Sünde. Es ist eine Missachtung Gottes, der den Menschen
als Mann und Frau erschaffen hat.
Auch da ist der Katechismus der katholischen Kirche unmissverständlich:
„Gestützt auf die Hl. Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet,
hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, dass die homosexuellen
Handlungen in sich nicht in Ordnung sind. Sie verstoßen gegen das natürliche
Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen.
Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit.
Sie sind in keinem Fall zu billigen.“
Nun wird aufgrund dieser Haltung der Kirche vorgeworfen, sie diskriminiere
eine Menschengruppe und verstoße, verrate damit Jesus, der zu Nächstenliebe
aufgerufen habe.
Nun, diesen Vorwürfen muss man damit begegnen, dass die Kirche zwischen
Person und Sache zu unterscheiden weiß, was den meisten Menschen unserer
Tage nicht mehr zu gelingen scheint.
Die Kirche handelt nach dem augustinischen Grundsatz: „Die Sünde
hassen, den Sünder lieben.“
Die Kirche bemüht sich so zu handeln, wie der Herr es ihr vorgemacht
hat, als er der Ehebrecherin klarmachte, dass sie gesündigt hat, ihr
aber vergab. „Geh und sündige von nun an nicht mehr.“
Den homosexuell veranlagten Menschen ist also Respekt und Liebe entgegenzubringen,
nicht aber ihrer verkehrten Sexualpraktik. Vielmehr soll man sie ermutigen,
diese Veranlagung als eine Prüfung anzusehen, die sie mit dem Kreuz Christi
vereint.
Nicht also die Homosexuellen sind anzuklagen, sondern diejenigen, die auf
unverschämte Weise die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften
einfordern.
Die Hl. Familie – Jesus, Maria und Josef.
Gott zeigt wie sehr er die Familie gewollt hat. Deshalb wird er in einer Familie
Mensch.
Die Würde der Familie ist in unserem Land gefährdet, damit ist unser
Land selbst gefährdet.
Als Christen stehen wir deshalb ein für die Familie.
In ihr werden wir zu wirklichen Menschen.
Fürbitten
Herr Jesus Christus, du bist Mensch geworden und hast dich
nicht gescheut, Kind einer menschlichen Familie zu werden.
Dich bitten wir:
-
Du hast Deine Eltern geliebt und wurdest geliebt: Gib,
dass Eltern und Kinder sich gegenseitig annehmen und lieben
lernen.
-
Du hast in Deiner Familie Arbeit und Anstrengung kennengelernt:
Stehe allen Familien bei, die unter Arbeitslosigkeit oder
Armut leiden.
-
Du hast dreißig Jahre in der Verborgenheit von
Nazareth gelebt: Behüte alle Familien und schenke
ihnen Vertrautheit und Geborgenheit.
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Dein Pflegevater Josef hat dich aufgenommen und beschützt:
Gib, dass alle Familienmitglieder sich annehmen und lieben.
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Du hast Maria und Josef in die Herrlichkeit des Himmels
heimgeholt: Nimm auch unsere Verstorbenen auf in die Gemeinschaft
der Seligen.
Herr Jesus Christus, sei auf die Fürsprache des heiligen
Josef und der Gottesmutter Maria allen Familien Schutz und
Hilfe, bewahre sie vor allem Bösen, jetzt, und in Ewigkeit.
Amen.
Liedvorschläge (GL Bistum Münster)
Einzug: 820, 1
Kyrie: sprechen
Gloria: 823, 1 - 3
2. Lesung: Kol 3, 12-17 (!)
Zwischengesang: 907, 1 - 4
Evangelium: Kurzfassung: Lk 2, 41-52
Credo: 909, 1 + 2
Gabenbereitung: 139
Sanctus: 864
Agnus Dei: sprechen, dann: 140, 4 + 5
Danksagung: 132
Schluss: 821