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Predigt zum Hochfest der Geburt unseres Herrn - Weihnachten - 25. Dezember
1. Predigtvorschlag

von Manfred Stücker, 2011

Das Wasser des Lebens

Das kleine Kind, das vor der Geburt im Mutterschoß alles empfängt, was sein Leben erhält, das im wärmenden und schützenden Wasser geborgen ist, ist von alters her Bild und Gleichnis für die Menschheit selbst. Und wir glauben heute, an diesem Weihnachtsfest, daß Jesus, das kleine Kind in der Krippe, mit seinen kleinen Armen die ganze Menschheit umfängt und auf seine kleinen und zarten Schultern die Schuld der Welt auf sich nimmt. Ist das denn wirklich zu glauben? Ist das nicht ein zu großer, ja ein unfaßbarer Gedanke? Das Weihnachtsfest bildete sich aus in einer Zeit, in der die Kirche das Bekenntnis zu Christus, dem Sohn Gottes, neu reflektieren und neu festigen mußte. Christus ist uns geschenkt, daß er den Tod besiegt und uns in seiner Auferstehung neues und unvergängliches Leben in Gott schenkt. Er hat die verschlossenen Tore des Paradieses geöffnet und unser sterbliches Dasein von innen her erneuert und verwandelt, durch die Hingabe seines Lebens an den Vater. So ist Ostern das erste und eigentliche Fest der Christen, das Fest aller Feste, der Grund unserer Hoffnung, die Mitte und das Ziel unseres Glaubens.

Doch wie kann das sein, daß Gott, der doch einer ist, einen Sohn haben soll, der von einer einfachen Frau, von Maria aus Nazareth, geboren wird und als Mensch unter den Menschen lebt? Ist das nicht ein Widerspruch, daß Gott zugleich als Mensch geboren wird, fühlt, empfindet, leidet? Wie kann das sein? Weihnachten lehrt uns, an einen Gott zu glauben, der die Überraschung liebt. – Oder besser gesagt: der uns mit dem Erfindungsreichtum seiner Liebe immer neu überrascht. Weihnachten, so haben uns schon die Kirchenväter und Theologen der frühen Kirche zeigen wollen, will uns helfen, Gott nicht nach unseren Vorstellungen und Maßstäben zu denken, sondern sich einfach von ihm beschenken zu lassen. Weihnachten ist das Fest, an dem wir bekennen, daß der unsichtbare, unendlich große Gott sich unfaßbar klein und gering gemacht hat. Aus der unerreichbaren Höhe seiner Herrlichkeit, aus dem wunderbaren Licht des Himmels kommt er in die Dunkelheit unserer Erde, in das Elend unseres sterblichen Lebens. Wie tut Gott das? Wie schlägt er zu uns die Brücke? Wie kommt er aus der Ewigkeit, die doch unzugänglich ist, in unsere Zeit hinein? Auf diese Frage antwortet der Glaube mit dem Bekenntnis zu Jesus, der in seiner Person Gott und Mensch ist, als Gott Licht vom Licht vor aller Zeit, als Mensch in der Zeit geboren von Maria, der Jungfrau, er ist eins mit Gott, dem Einen, den er uns offenbart und verkündet als den liebenden Vater aller Menschen.

So kommt Gott dem Menschen unendlich nahe. So ist Gott in uns Menschen, so umfaßt und umfängt er unser ganzes Dasein. Aber ist das nicht alles immer noch unbegreiflich? Wie können wir von diesem einen Menschen, Jesus, behaupten und bekennen, in ihm sei Gott am Werk, in ihm erlöse er alle Menschen von ihrem Dasein im Schatten, in ihrer unendlichen Entfernung vom wirklichen Leben? Schauen wir noch einmal auf das Geheimnis der Geburt eines Menschen: Es ist wirklich ein Geheimnis, was sich da abspielt. In der Entstehung, in der Geburt eines kleinen Menschenkindes ist der Mikrokosmos, in dem der Mensch zu seiner Geburt heranwächst, ein Abbild des Makrokosmos, der Schöpfung Gottes. Das Fruchtwasser, in dem das Baby schwimmt, ist Urflut und Wasser, aus dem das Leben kommt. Die Wissenschaft sagt uns, daß die Zusammensetzung des Fruchtwassers ganz ähnlich ist wie der chemische und biologische Aufbau der Weltmeere. Alles Leben kommt aus dem Wasser, so sagen uns die Biologen, die das Entstehen des Lebens erforschen: Im Heranwachsen und in der Geburt eines Kindes wiederholt sich im Kleinen, was Gott als seinen Lebensplan in die große Schöpfung hineingelegt hat.

Für das Baby im Mutterschoß ist die Gebärmutter die schützende Höhle, sein bergendes Zuhause, in dem es alles Nötige bekommt und das er gar nicht verlassen kann und will, zumindest nicht für neun Monate lang. Wehe, wenn dieses Zuhause bedroht wird! Wehe, wenn durch Untersuchungen auf Krankheiten und Behinderungen hin, auf Geschlecht oder mögliche Fehlbildungen, das Leben in Frage gestellt wird! Wohin könnte der Ungeborene sich flüchten? An wen kann er sich wenden? Wer hört seine Bitten, seinen Wunsch nach Leben? Der Mutterschoß ist auf dieser Erde zum gefährdetsten Ort für den Menschen geworden. Wo die Achtung vor der Heiligkeit des Lebens vor der Geburt nachläßt, da wird sie auch nachlassen, wenn es um das Leben nach der Geburt geht, vor allem auch um das Leben vor dem Sterben. Das ungeborene Kind hat aber eine vielgestaltige Verbindung zur Welt: Die Nabelschnur ist die Verbindung zum „Himmel“ des kleinen Kindes, sie ist für ihn die Quelle aller Wohltaten, von ihr empfängt das Kind alle nötigen Gaben, um zu überleben. Zugleich ahnt das Kind schon etwas von der Größe und Weite der Welt, die es umgibt, es nimmt ein schwaches Licht wahr, es hört Stimmen und Musik, es fühlt, wenn der Bauch gestreichelt wird, es spürt die Bewegungen der Mutter.

In diese wunderbare Welt geht Jesus in seiner Menschwerdung hinein und erfüllt den Mikrokosmos des Ungeborenen mit seiner göttlichen Gegenwart und Liebe. Was für ein Geheimnis! Was für ein wunderbarer Gedanke! So geschieht Erlösung! Gott, der den Kosmos geschaffen hat und in seinen Händen hält, er macht den Mikrokosmos des Menschen zu seiner Heimat und zum Ort seiner Offenbarung. Wir können nur staunen über soviel Demut, wir können nur anbeten und dankbar sein über diesen Erfindungsreichtum der Liebe Gottes. Weihnachten schenkt uns einen neuen Blick für das Geheimnis Gottes und zugleich das Geheimnis des Menschen. Seit Weihnachten läßt sich beides nicht mehr voneinander trennen: denn Gott ist einen Bund mit uns Menschen eingegangen, den kein Mensch mehr auflösen kann. Im Lebensweg eines jeden einzelnen Menschen will Jesus gegenwärtig sein und mitgehen. Wieviel Ehrfurcht müssen wir deswegen vor dem Leben haben! Vor dem ungeborenen Leben, vor dem Leben in jeder Phase seiner Existenz! Das Leben der Schwächsten, das Leben der Ungeborenen, der Kranken, der Alten, der Behinderten: es ist heilig, denn Jesus ist in jedem dieser Menschen gegenwärtig.

Anm.: Die Anregung zu dieser Predigt kommt aus einem Artikel von Roland W. Moser, Vorgeburtliche Geborgenheit, PUR-Magazin 12/2011, 20-21, aus der einige Formulierungen wörtlich übernommen sind.

2. Predigtvorschlag

von Pfarrer Klaus Klein-Schmeink - 2008

Eis der Antarktis dünn wie nie
Bauer sucht Frau – 4 verliebt, 5 alleine
Europa – Größte Rezession in der Nachkriegszeit erwartet
Manager von Tokio Hotel – Natürlich singt Bill live

In Betlehem wir Jesus Christus geboren.

Boris Becker – Neue Frisur! Alte Freundin?
Selbstmord eines Kranken im britischen Fernsehen ausgestrahlt
Gundis Zambo macht das Dschungelcamp schön
Zwangsurlaub bei deutschen Autobauern – Retten die Milliardenhilfen


Liebe Schwestern und Brüder,

haben Sie es gemerkt:
In den Schlagzeilen dieser Tage geht die Nachricht von der Geburt Christi fast unter.
Zwischen den Nachrichten über Boris, Bill und BMW fällt die Botschaft von Betlehem kaum auf.

Die Zeitungen, Radio- und Fernsehsendungen sind voll mit Schlagzeilen.
Solche Schlagzeilen spiegeln etwas vom Seelenzustand einer Gesellschaft wider.

Zum einen werden wir mit Belanglosigkeiten bombardiert, z. B. über den Tagesablauf von kameraüberwachten Spießbürgern in einem Wohncontainer oder viertklassigen Stars im australischen Dschungel.
Nachrichten, die die Welt wahrhaftig nicht braucht, und die an Inhaltslosigkeit fast nicht zu unterbieten sind.
Zum anderen werden wir durch viele Nachrichten auch im Innersten beunruhigt.
Wie sicher ist unser Wirtschaftssystem? Haben wir blind auf den Konsum gebaut und geht jetzt alles den Bach runter?
Kommt der Klimaschutz unter die Räder oder gar zu spät? Schlägt die Natur zurück?
Was ist mit mir, wenn ich alt werde? Tragen dann noch die Sozialsysteme? Tötet man demnächst die Leidenden, weil die Gesellschaft kein Leid mitansehen will?

Belanglosigkeit und tiefe Beunruhigung.
Beides prägt die Schlagzeilen unsere Tage.
Beides prägt die Gemütsverfassung unserer Gesellschaft.

Dazwischen nun die Botschaft des heutigen Tages, die Botschaft von Weihnachten: Gott wird Mensch in Jesus Christus.

Gott wird Mensch auf der Erde. In Jesus Christus teilt Gott unser Schicksal.
Wenn Gott unser Leben auf Erden lebt in seinem Sohn, dann kann dieses Leben der Menschen nicht belanglos sein.
Die Botschaft von Weihnachten mahnt uns, unser Leben ernst zu nehmen.

Weil Gott unser menschliches Leben gelebt hat, können wir unser Leben nicht mit Belanglosigkeiten vertun, wenn wir wirklich menschlich leben wollen.

Angesichts des Kultes der um die Bewohner von Wohncontainern und Dschungelcamps oder heiratswilligen Bauern getrieben wird, habe ich die Befürchtung, dass aus dem einstigen Land der Dichter und Denker ein Land der Spinner und Spanner zu werden droht.

Denn die Stars und Sternchen der künstlichen Medienwelt, sind alles andere als Vorbilder; erst recht keine Helden, an denen man sein Leben ausrichten könnte.
Vorbildlich leben diejenigen, die in ihrem konkreten Lebensumfeld ihren Mann oder ihre Frau stehen. Und nicht in einem konstruierten Wolkenkuckucksheim.

Helden dieser Tage sind diejenigen, die sich bemühen, ihren Glauben zu leben und zu bekennen. Und das tagtäglich auch über Weihnachten hinaus, allen inneren und äußeren Anfechtungen zum Trotz.
Helden dieser Tage sind diejenigen, die gewissenhaft ihrer Arbeit nachgehen und sich zudem ehrenamtlich für die Gesellschaft engagieren, die nicht nur sich sehen, sondern auch das Ganze und die anderen.
Helden dieser Tage sind die Väter und Mütter, die in der Ehe zueinanderstehen und sich gemeinsam um die Kinder kümmern.

Jesus Christus ist schließlich auch nicht in einer Scheinwelt aufgewachsen, sondern in der konkreten Welt Palästinas, unter ärmlichen Umständen, in einem von den Römern besetzten Landstrich, unter Pharisäern, politischen Mitläufern und religiösen Schwärmern.
Den größten Teil seines Lebens hat er arbeitend, als Zimmermann verbracht.
Gerade deshalb ist seine Botschaft für uns von Belang. Die Flucht in die Welt der Belanglosigkeiten aus Spass-TV und Regenbogenpresse ist alles andere als christlich. Das nämlich ist „Opium fürs Volk“. Nicht der Glaube.

Die Botschaft von Weihnachten lautet: Gott wird Mensch in Jesus Christus.

Wenn Gott unser Leben teilt, dann sind wir ihm wichtig. Wenn er, der Ewige, in unsere Zeit hinabsteigt, dann ist ihm nicht gleichgültig, was aus uns wird.
Auch daran erinnert uns das Weihnachtsfest. Und das kann uns Halt geben angesichts der Nachrichten, die uns zu Recht beunruhigen.

Auch wenn die politischen und wirtschaftlichen Systeme, unser Staat ins Wanken geraten sollte. Gott ist da für uns.
Sein Reich ist ein ewiges Reich und steht allen offen. Und seine Kirche hat – wenn auch unter Verfolgung – viele Staats- und Gesellschaftsformen überlebt. Selbst die Nazis und die Kommunisten konnten seine Kirche nicht vernichten.

Auch wenn Katastrophen uns gefährden sollten.
Gott ist da für uns.
In all den bedrohlichen Szenarien, die sich uns darstellen, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott es ist, der unsere Welt trägt und lenkt. Er lässt seine Schöpfung nicht ins Leere fallen. Die vergängliche Welt hat nicht das letzte Wort, denn Christus hat diese Welt besiegt. Für uns.

Auch wenn die Würde des Menschen und das Recht auf Leben mit Füssen getreten wird. Gott ist da für uns.
Mord, Krieg, Terroranschläge, Abtreibung, Euthanasie – all das scheinen Anzeichen dafür zu sein, dass uns Menschen das Maß verloren geht. Wir selber spielen uns immer mehr zu Herren über Leben und Tod auf. Die Würde des einzelnen Menschen wird immer mehr in Frage gestellt.
Bei Gott aber ist niemand vergessen. Unsere Namen sind in seine Hand geschrieben. Er wird uns nicht aus seiner Hand fallen lassen. Für jede, für jeden einzelnen von uns ist er Mensch geworden, um jeden einzelnen, jede einzelne von uns zu erlösen.

Die Botschaft von Weihnachten lautet: Gott wird Mensch in Jesus Christus.
Er ist nicht umsonst für uns Mensch geworden. Er hat sich nicht ohne Sinn erniedrigt. Durch seine Menschwerdung hat er uns erlöst, damit wir nicht unser Heil in einer halt- und heillosen Welt suchen.

Die Botschaft von Weihnachten bewahrt uns davor, dass unser Leben in Belanglosigkeiten dahindümpelt.
Die Botschaft von Weihnachten schenkt uns Hoffnung, wo andere verzweifeln, weil sie sich allein an vergängliche Güter festmachen.
In Betlehem wird Christus geboren. Gott ist da für uns.

Was für eine Nachricht...

3. Predigtvorschlag

von Pfarrer Klaus Klein-Schmeink - 2007

Das Weihnachtsfest, liebe Schwestern und Brüder, war einmal das Fest der Kinder par exelance. Das war es einmal. Mir scheint, dass es nun hauptsächlich ein Fest für Erwachsene geworden ist. Das sieht man an den Regalen, den Schaufenstern, den Anzeigen und Werbeblättern.
War es früher die Freude der Großen, die Kleinen zu beschenken, so meine ich feststellen zu müssen, dass es heute hauptsächlich darum geht, dass Erwachsene sich gegenseitig eine Freude machen.

Das liegt wahrscheinlich daran, dass immer mehr Erwachsene keine Kinder kennen, die sie beschenken könnten. Darauf hat der fast alles regierende Markt reagiert.

Unser Land – wie viele andere in Westeuropa auch – hat immer weniger Kinder. Das ist so und wird auch erst einmal so bleiben, auch wenn im vergangenen Jahr mehr Kinder geboren wurden als die Jahre zuvor.

Deutschland vergreist. Kindertagesstätten werden nicht nur wegen der Kosten reihenweise geschlossen. Es gibt schlicht zu wenig Kinder.

Das ist der Politik mittlerweile auch aufgefallen, nachdem der drohende Kollaps der Sozialsysteme von niemanden mehr übersehen werden konnte.

Kinder zu kriegen ist zu teuer geworden. Das ist eine der immer wieder angefügten Begründungen des Kindermangels. Aber war das früher anders? Waren Kinder nicht immer teuer, eine finanzielle Belastung? Reiche Länder müssten dann doch eigentlich eher mehr Kinder haben als ärmere? Aber dem ist ja nicht so.

Mütter können den Beruf und die Kindererziehung nicht mehr in Einklang bringen. Ein weiteres vielzitiertes Argument.
Deshalb unternimmt man viele Anstrengungen Kindergarten- und Krippenplätze zu vermehren und flexibler zu gestalten.
Als Träger von vier Kindertageseinrichtungen weiß unsere Pfarrei, was das heißt. Diesen Dienst wollen wir wohl zur Unterstützung der Familien gerne tun.

Dabei kommen mir aber manchmal Zweifel, ob es dem Großteil der Lösungsansätze wirklich um die Kinder geht. Wichtiger scheinen hier wohl die Belange der Wirtschaft zu sein. Frauen sollen frei sein, um im Berufsleben das Bruttosozialprodukt anzukurbeln. Nichts dagegen.

Nur wenn in einer Gesellschaft als Arbeit ausschließlich anerkannt wird, was auch Geld einbringt, jeder Ansatz zur Entlohnung von Familienarbeit aber mit Schlagworten wie "Herdprämie" oder "Heimchenbonus" abzutöten versucht wird, kann es jedenfalls nicht weit her sein mit einer Wertschätzung von Familie. Und dass Menschen, die eben darauf hinweisen – manchmal auch ungelenk oder provokativ – dass solche Menschen in den Medien mit Dreck beworfen oder gar bei laufender Kamera des Studios verwiesen werden, stimmt mich mehr als nachdenklich.

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Hemmnisse gibt es. Und sie haben ihre Auswirkung auf die Zahl der Kinder. Sicherlich. Aber Probleme dieser Art gab es immer.

Das Problem scheint tiefer zu liegen.
Es ist der Mangel an Hoffung verbunden mit dem, was das mit sich bringt: der Verlust an Vertrauen in die Zukunft, Lebenskraft, Kreativität, Poesie und Lebensfreude.

So wie die Ehe ein Akt des Vertrauens, des Sich-Trauens ist, so ist das Kinderkriegen vornehmlich ein Akt der Hoffnung. Hoffnung auf Zukunft für die Welt, in die hinein die Kinder geboren werden.

In diese Welt kann man doch keine Kinder mehr setzten – So sagen viele und denken dabei an Kriege, Klimakatastrophe, globalisierter Ungerechtigkeit. usw. Viele haben keine Hoffnung für diese Welt mehr.

Und tatsächlich, wer seine Hoffnung allein in diese Welt setzt, der wird bald keine Hoffnung mehr für diese Welt haben. Der wird resignieren, stagnieren, leblos die Hände in den Schoß fallen lassen.

Hoffnung für die Welt trägt nur der in sich, der seine Hoffnung nicht in die Welt setzt, sondern auf deren Schöpfer.
Gott kennenlernen – den wahren Gott, das bedeutet Hoffnung empfangen. schreibt Benedikt XVI in seiner Enzyklika „Spe salvi“ – Auf Hoffnung hin. Und damit ist er am Puls der Zeit.

Der Glaube schenkt Hoffnung, weil er uns über diese Welt hinaushebt. Wieder der Papst:
Nicht die Elemente des Kosmos, die Gesetze der Materie, herrschen letztlich über die Welt und über den Menschen, sondern ein persönlicher Gott herrscht über die Sterne, das heißt über das All; nicht die Gesetze der Materie und der Evolution sind die letzte Instanz, sondern Verstand, Wille, Liebe – eine Person. Und wenn wir diese Person kennen, sie uns kennt, dann ist wirklich die unerbittliche Macht der materiellen Ordnungen nicht mehr das Letzte; dann sind wir nicht Sklaven des Alls und seiner Gesetze, dann sind wir frei. ...
Das Leben ist nicht bloßes Produkt der Gesetze und des Zufalls der Materie, sondern in allem und zugleich über allem steht ein persönlicher Wille, steht Geist, der sich in Jesus als Liebe gezeigt hat.

Wer Hoffnung hat, lebt anders, dem ist neues Leben geschenkt worden. Und deshalb vermag er auch neues Leben zu schenken.
Aus den Kindern blicken uns nicht nur hoffnungsvolle Augen an, sondern die Hoffnung selbst.
In den Schriften Charles Peguy gibt es eine schöne Stelle – ich habe sie leider nicht mehr so schnell gefunden –darin beschreibt er Glaube, Hoffnung und Liebe wie drei Schwestern, die sich an den Händen haltend einhergehen. In der Mitte ist die Hoffnung. Ein kleines Kind, das die anderen beiden größeren Geschwister zieht.
Wenn die Hoffnung stehen bleibt, bleibt alles stehen, heißt das.

Kinder sind Hoffnung. Wo wenig Kinder sind, ist wenig Hoffnung.

Liebe Schwestern und Brüder,
wir haben als Christen Hoffnung. Denn wir feiern heute die Geburt eines Kindes – Gottes Sohn Jesus Christus strahlt uns mit seinen hoffnungsfrohen Augen an. Gott hat Hoffnung für uns, für diese Welt.
Diese Hoffnung ist kein billiger Optimismus, keine Vertröstung nach dem Motto: Wird schon irgendwie.
Diese Hoffnung ist angefochten – am Kreuz schien sie sogar besiegt zu sein – aber sie ist unsterblich, ewig nicht zerstörbar, weil sie die Welt und ihre Schrecken besiegt hat.

Das göttliche Kind in der Krippe ist der Hoffnungsträger – keine politischen Parteien, Ideologien oder esoterische Ersatzreligionen.
Unsere Hoffnung könne wir stärken – gerade auch in der Anfechtung – wenn wir auf das Kind in der Krippe schauen. Die Umstände seiner Geburt waren alles andere als ein hoffnungsvoller Einstieg in die Welt. Statt eines staatlich mitfinanzierten Krippenplatzes hatte Er nur in einer ärmlichen Krippe Platz.
Es gilt, auf dieses Kind zu schauen, mit ihm zu sprechen, auf ihn zu hören, zu beten – dann wird die Hoffnung in uns wachsen.

In seiner Enzyklika nennt der Papst das Gebet eine Schule des Hoffens.
Pflegen wir das Gebet. Persönlich.
Aber auch besonders in der Familie zu Hause. Unsere Hoffnung reicht weiter, wenn wir nicht nur an Weihnachten beten und zur Kirche gehen.

Liebe Schwestern und Brüder.
Weihnachten war das Fest für die Kinder. Kinder sind unsere Zukunft, sind Zeichen der Hoffnung, das alles gut wird und Gott uns trägt und lenkt.
Weihnachten ist das Fest des göttlichen Kindes, das uns reich beschenkt. Es sagt uns ohne Worte: Gott hat Hoffnung für euch und diese Welt.
Dieses Kind beten wir an. Diesem Kind vertrauen wir uns an. Voller Hoffnung.

4. Predigtvorschlag

(Pfr. Dr. Axel Schmidt, 2007)

Liebe Gemeinde!

Jahr für Jahr hören wir die wunderbare Geschichte von der Geburt des Jesuskindes, und wir hören sie immer wieder gern. So geht es vermutlich den meisten heute nacht (heute morgen): sie sind freudig gestimmt und voller guter Erwartungen. Das neu geborene Kind weckt in uns Menschen den Beschützerinstinkt, es vertreibt die Härte aus unserem Alltag und rührt uns zu zärtlichen Gefühlen. Doch wir sollten bei diesen Gefühlen nicht stehen bleiben. Schauen wir auf das diesjährige Altarbild, das Frauen nach einer Vorlage des Priesters und Künstlers Sieger Köder gestaltet haben! Am vierten Adventssonntag habe ich dazu gesagt, dass dieses Bild uns das Rätsel des Menschen vor Augen führt und zugleich schon die biblische Lösung des Rätsels andeutet. Das Rätsel besteht im Widerspruch, der in unserem Leben waltet: Wir stehen in Konkurrenz mit den anderen und müssen ums Überleben kämpfen – und zugleich sehnen wir uns nach Frieden, nach Aufhebung der Konkurrenz. Wir müssen sterben und wollen doch ewig leben. Wir unterliegen einerseits dem Gesetz des Stärkeren und andererseits dem der Barmherzigkeit. Dieser Widerspruch schlägt uns in dem Bild entgegen: der tote Baumstumpf und darauf die Rose; die Dunkelheit und mitten drin das helle Licht, das von oben herabscheint. Nicht nur das Rätsel wird uns hier dargestellt, sondern auch bereits die Auflösung. „Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart. Wie uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art und hat ein Blümlein bracht mitten im kalten Winter wohl zu der halben Nacht.“ Mit Jesse ist Isai gemeint, der Vater des Königs David: Aus der niedergegangenen davidischen Dynastie soll ein neuer Spross hervorgehen – mit dichterischer Freiheit hier unter dem Bild der Rose vorgestellt. Und dieser Spross, diese Rose ist Maria bzw. ihr Sohn Jesus: „Das Röslein, das ich meine, davon Jesaja sagt, ist Maria, die reine, die uns das Blümlein bracht. Aus Gottes ewgem Rat hat sie ein Kind geboren und blieb doch reine Magd.“ – Das heißt: Als Maria ihren Sohn Jesus zur Welt gebracht hat – was wir eben heute mit den Christen auf der ganzen Welt feiern –, da hat sich die alte Verheißung erfüllt, da ist der Retter geboren, auf den die Welt bis dahin voller Sehnsucht gewartet hat. „Das Blümelein so kleine, das duftet uns so süß; mit seinem hellen Scheine vertreibt’s die Finsternis, wahr’ Mensch und wahrer Gott, hilft uns aus allem Leide, rette von Sünd’ und Tod.“ Ich sagte, dass damit auch schon die Auflösung des Rätsels gegeben ist. Was ist durch das neu geborene Kind in der Krippe anders geworden? Wenn ich diese Frage vor 2000 Jahren dem König Herodes gestellt hätte, so hätte dieser vermutlich gedacht: »Ich weiß nicht. Aber vielleicht macht mir dieses Kind bald Konkurrenz und erhebt Anspruch auf meinen Thron.« Und er hätte damit nur gezeigt, dass er nichts verstanden hat. Wie übrigens so viele damals und heute. Aus dem Fluch von Konkurrenz, Kampf und Krieg befreit nicht einer, der ebenfalls in diesen Kategorien denkt. Das hieße den Teufel mit Beelzebub austreiben. Dieses Denken hat den Herodes dazu gebracht, eine Unzahl von kleinen Kindern in Bethlehem zu töten, und es bringt die heutigen Herodesse an den Schaltstellen der politischen und wirtschaftlichen Macht immer wieder neu dazu, zu drohen, zu erpressen, zu diffamieren, mundtot zu machen oder gar zu töten und zu morden. Was ist durch das neu geborene Kind in der Krippe anders geworden? Dass Gott in die Welt eingreift, indem er gerade nicht den Weg der Macht und Gewalt wählt, sondern den Weg der Erniedrigung und Armut, den Weg der wehrlosen Liebe, die nicht droht und übermächtigt, sondern bittet und einlädt. Das ist die eigentliche Überraschung, die uns Jahr für Jahr neu in Staunen versetzen sollte. Aber nicht nur überraschend ist diese Botschaft, sondern auch tröstend für jeden, der an der Ungerechtigkeit dieser Welt zu verzweifeln droht. Denn wir wissen ja, dass es nicht bei dem Zeichen geblieben ist, welches das kleine Kind aussendet, das zwar nicht alle, aber doch sehr viele Herzen erweichen kann, sondern dass Jesus später konsequent diesen Weg der Liebe weitergegangen ist. Jesus war kein Softie, der uns etwa zuruft: „Lach doch, Gott liebt dich!“ Das hätte niemanden überzeugt – weder damals noch heute. Nein, Jesus hatte eine überragende Ausstrahlung und Autorität, eine Ehrfurcht gebietende Persönlichkeit und eine überlegene Argumentationskraft, die seine Gegner in den Schatten stellte. Aber Jesus hat diese seine menschlichen Fähigkeiten einzig und allein für den Dienst an den Menschen eingesetzt, zum Schutz für die Verachteten und Entrechteten, die Niedrigen und Geringen, auch für die Sünder. Jesus hatte vor niemandem Angst, denn er wusste sich in der Hand seines Vaters sicher geborgen, er kannte keine Konkurrenz, sondern kündete einen umfassenden Frieden im Reiche Gottes, das mit ihm angebrochen war. Wieso ist dieser Friede in der Person Jesu schon gekommen? Was hat sich geändert, seit Jesus auf der Erde war? Es hat doch seitdem immer wieder Kriege und Streitigkeiten gegeben! – Jesus war der erste, der die Gewalt der Bosheit freiwillig an seinem eigenen Leib ausgehalten und getragen hat. Wie ein Lamm hat er die Sünden getragen und dadurch gerade weggenommen. Als er sich dem Kreuzesurteil unterwarf, hat er den Teufelskreis der Gewalt gebrochen und einen neuen Anfang ermöglicht, einen neuen Weg, eine neue Lebensweise, welche nach und nach die Welt verändert hat. Alle, die sich Jesus im Glauben angeschlossen haben, sind durch die Jahrhunderte hindurch den neuen Weg der Liebe gegangen, haben sozusagen überall, wo tote Stümpfe waren, neue Sprosse der Hoffnung gepflanzt – wie sähe die Welt ohne diese vielen überzeugten Christen, ohne die Heiligen aus? Wir sollten nicht so oft klagen: »Warum ist noch so viel Elend in dieser Welt?« Sondern eher ausrufen: »Wie schlimm könnte es sein ohne den christlichen Glauben und die christliche Liebe!« In diesem Zusammenhang erinnere ich an die Geschichte vom jungen Mann, der im Traum einen Laden betritt. Hinter der Theke steht ein Engel. Er fragt den Engel: »Was verkaufen Sie, mein Herr?« Der Engel antwortet freundlich: »Alles, was Sie wollen.« Der junge Mann beginnt aufzuzählen: »Dann hätte ich gern das Ende aller Kriege in der Welt, bessere Bedingungen für die Randgruppen der Gesellschaft, Beseitigung der Elendsviertel in Lateinamerika, Arbeit für die Arbeitslosen, mehr Gemeinschaft und Liebe in der Kirche und. .. und ...« Da fällt ihm der Engel ins Wort: »Entschuldigen Sie, junger Mann, Sie haben mich falsch verstanden. Wir verkaufen keine Früchte, wir verkaufen nur den Samen.« Das Altarbild zeigt uns nicht, wie eine Rose die Stelle des Baumstumpfs einnimmt, sondern wie sie auf ihm wächst. Eine Änderung und Verbesserung der Welt ist nicht anders möglich als durch das geduldige Wachsen und Reifen des Guten, durch den Samen des guten Vorbildes, das nach und nach das Denken und Handeln der Menschen umformt. Gott hat in seinem Mensch gewordenen Sohn Jesus Christus dazu den Anfang gemacht. Weihnachten gibt das frohe Hoffnungssignal, dass die Welt nicht im Dunkel versinken wird, sondern vom Licht verwandelt wird. Weihnachten ermutigt uns, selber den Weg der Liebe zu gehen, nicht einzustimmen in der Klagelied der Unzufriedenen und nicht mitzumachen beim allgemeinen Hauen und Stechen, der verbreiteten Selbstbedienungsmentalität zu widerstehen und die eigene Kraft einzusetzen für den Dienst am anderen Menschen, wie Jesus und die Heiligen es uns vorgelebt haben.

5. Predigtvorschlag

Liebe Schwestern und Brüder,

vielleicht sind sie schon einmal selber in die Situation geraten, dass ein lieber Mensch, der gerade noch gesund und voller Lebenskraft war, aus heiterem Himmel krank wurde, plötzlich vom Leid gezeichnet ist, vielleicht sogar sterbenskrank.

Wenn wir diesem Menschen nicht nur aufrichtig verbunden sind, sondern wir ihn wirklich lieben, aus ehrlichem Herzen, dann wollen wir ihn in seinem Leid nicht allein lassen. Nur Trost spenden, nur die Liebe in Worte fassen, ist uns dann zu wenig. Wir sind bereit, die Schmerzen mitzutragen, nicht nur Mitleid zu empfinden. Wenn wir wirklich lieben, dann wünschen wir uns, die Krankheit und das Leid auf uns zu nehmen, dann fragen wir uns: Warum nur er, warum nicht ich auch?
Vielleicht ist einigen von ihnen dieser Gedanke fremd, aber wer wirklich liebt und in eine solche Situation gekommen ist, der weiß, wovon ich rede.

Aber wir stehen ohnmächtig da. Wir können nicht tatsächlich jemanden von seiner Krankheit erlösen, und wir fragen uns: Warum denkt Gott nicht auch so? Warum nimmt er das nicht auf sich? Er hat doch die Möglichkeit! Er ist doch Gott! Wo bleibt Er?!

Liebe Schwestern und Brüder, Gott ist gekommen. Er hat genau das getan, was wir nicht können. Weil er uns liebt, so grenzenlos liebt, und unser Leid mittragen will, deshalb ist er Mensch geworden. Das ist Weihnachten!

Gott ist nicht in aller Süße und Wohligkeit Mensch geworden, nein, sein Kommen ist genauso geschehen wie auch sein Sterben: In aller Armut, in Leid und in Kälte. Bereits in seiner Geburt wird deutlich, warum er zu uns gekommen ist: Nicht, um einfach nur zusammen mit uns Menschen glücklich zu werden. Sondern, weil er uns liebt und deshalb uns erlösen will.
Die erste Weihnacht, damals in Bethlehem, hat einen rauen und unwirtlichen Charakter. Vielleicht haben die älteren unter uns das noch etwas nachempfinden können, als sie früher zu mitternächtlicher Stunde zum Gottesdienst aufstanden und in Eiseskälte zur Kirche gingen.
Vielleicht haben wir auch etwas vom ersten Kommen Jesu nachvollziehen können, als ich mit einigen Jugendlichen am Samstag um Mitternacht draußen im Wald in einer Hütte einen Gottesdienst gefeiert habe. Nass, kalt und klamm war es. Rau, unwirtlich und überhaupt nicht gemütlich. Fast wie in Bethlehem.

In unseren Geschäften, heimatlichen Krippen und Weihnachtsliedern sieht Weihnachten allerdings oft anders aus: Gemütlich, häuslich und wohlig warm. Was wir heute feiern, sind nur noch Gefühle. Wenn dieses weihnachtliche Gefühl kommt (und dazu ziehen wir alle Register, dass es kommt), dann sagen wir: Das war ein schönes Fest.

Unser Weihnachten ist nicht mehr das Fest der Liebe, auch wenn wir es uns noch so oft einreden. Auch dann nicht, wenn es tausendmal auf den Werbeprospekten von Karstadt steht. Liebe ist - entgegen weit verbreiteten Gerüchten - nämlich kein Gefühl. Liebe ist eine Art zu leben.

Vielleicht, liebe Schwestern und Brüder, zerstöre ich gerade Ihr weihnachtliches Gefühl. Aber vielleicht öffnet sich dadurch auch der Sinn für das, was wir wirklich heute feiern.

Ein Wunder nämlich, das größer ist als alle Weihnachtsgeschenke: Gott liebt uns. Er will unser Leid nicht nur uns Menschen überlassen. Er gesellt sich zu uns. Genau genommen: Unfassbar. So, wie wir - wenn überhaupt - nur ganz wenige Menschen lieben, nämlich mit der Bereitschaft zum Leid, so liebt er einen jeden von uns.

Wenn Weihnachten das Fest der Liebe ist, dann zunächst der Liebe Gottes zu uns. Keine realitätsfremde Liebe, die sich nur in Worten und Gefühlen erschöpft:
Gott scheut nicht die Kälte, die sich zwischen unseren Herzen breit macht: Er friert in seiner Krippe - mit uns.

Er vermeidet nicht die Armut, die sich in unserem Handeln offenbart: Er leidet an der Armut seiner Eltern und der ersten Freunde, die er gewinnt: Den Hirten. Er leidet für uns, die wir auch an Herz und Seele so arm sind.

Er umgeht auch nicht das Los der Ausgestoßenen: Er findet mit dem Beweis seiner Liebe in keiner Herberge Unterkunft. Er wird vor die Tür gesetzt - von uns.

Gott ist nicht Mensch geworden, um uns nur glücklich zu machen. Tatsächlich interessiert es Gott weniger, ob wir glücklich sind oder nicht. Gott wird Mensch, um uns zu lieben und uns selbst liebesfähig zu machen. Damit beginnt er in Bethlehem. All sein Trachten, sein Handeln, sein Denken und sein Fühlen richtet sich auf diese eine Botschaft an uns: Lasst euch lieben! Von mir, aus ganzem Herzen! Und: Liebt einander! Nicht mit Gefühlen oder mit Worten, sondern mit ganzem Herzen, mit eurem Leben!

Ein weihnachtlicher Mensch feiert Weihnachten nicht nur einmal im Jahr. Ein weihnachtlicher Mensch ist ein Mensch, der sein ganzes Leben um die Liebe Gottes ringt, sich von ihr leiten lässt, sie verschenkt und dabei mit der Liebe ernst macht, auch im Leid. Und dabei über allem seine Freude in Gott findet. Deshalb sagt man: Frohe Weihnachten!

Und deshalb wünsche ich auch ihnen ein frohes Weihnachtsfest. Nicht nur für die paar Tage. Sondern frohe Weihnachten für ihr ganzes Leben. Amen.

6. Predigtvorschlag

Liebe Schwestern und Brüder, wenn wir auf das vergangene Jahr zurückschauen, dann dürfte eigentlich keine so rechte Weihnachtsstimmung aufkommen: Kriege, Terror und Ängste haben dieses Jahr geprägt, und eine Ende ist noch nicht abzusehen.
"Hat denn die Friedensbotschaft der Engel nur für 2000 Jahre gereicht?" kommt und vielleicht als Frage in den Sinn. "Hat sich denn in dieser Welt überhaupt etwas geändert - seit Jesus Christus uns angeblich erlöst hat?"

Den Juden wurde eine großartige Verheißung geschenkt, die wir in der Jesaja-Lesung gehört haben: "Der Welt wird ein Licht aufstrahlen." Das, glauben wir Christen, ist mit der Geburt Jesu in Bethlehem geschehen. Aber bei Jesaja ist nicht die Rede davon, dass wir Menschen dieses Licht auch wirklich ergreifen und selber hell werden. Ganz im Gegenteil: Bei Johannes heißt es: "Und das Licht kam in die Welt, aber die Welt nahm es nicht an." Ja, es heißt dort sogar: "Die Seinen nahmen ihn nicht auf."

Wir leben also in einer Welt, in der das Licht Gottes zwar erschienen ist; aber damit die Welt hell wird, ist es notwendig, dass wir das Licht auch in uns aufnehmen. Mit der Geburt Jesu hat sich in dieser Welt noch nichts geändert - leider. Aber mit der Geburt Jesu haben die Menschen die Möglichkeit, sich zu ändern.

Durch das Licht, das in die Welt gekommen ist, erkennen wir vielleicht deutlicher als vorher, woran die Welt krankt, wo Schattenseiten sind und wie schön es doch sein könnte. Das Licht der Krippe zeigt uns Wege auf, die wir gehen können. Doch an dieser Welt ändert sich erst dann etwas, wenn wir diese Wege auch gehen.
Unser Christsein besteht nämlich nicht darin, dass ich an Gott glaube; dass ich also von seiner Existenz zutiefst überzeugt bin. Wer Augen hat und einen Kopf zum Denken, wird um diese Erkenntnis ohnehin kaum herumkommen.
Wäre Gott nur darauf aus, uns von seiner Existenz zu überzeugen, würde er ein Wunder nach dem anderen vollbringen, das seine Wirklichkeit unwiderlegbar beweist. Dafür ist diese Aktion im Stall von Bethlehem nun wirklich nicht geeignet. Zuwenig Zeugen, zu unscheinbar, zu abgelegen. Warum, Gott, bist Du nicht heute Mensch geworden? Israel hatte damals keine Massenmedien, kein Satellitenfernsehen und keine Bildzeitung.

In unserem Glauben geht es eben nicht um den Kopf, sondern um Herz und Hand. Friede wurde den Menschen verheißen, die Guten Willens sind, so verkündeten es schon die Engel in der Weihnachtsnacht. Und nun stellt sich die Frage: Wer ist willens, zu ihm zu gehen? Zu ihm an die Krippe? Nach Bethlehem, draußen, vor den Ort? In den Stall, wo es stinkt und kalt ist? Offensichtlich haben dass damals nicht allzu viele gemacht. Und auch heute und in Zukunft wird es Menschen geben, die das Dunkle mehr lieben. Kriege, so lehrt uns der Glaube, wird es immer wieder geben.

Aber, liebe Schwestern und Brüder, das ist eine klare Aufforderung an uns, hinauszuziehen! Wer Gott begegnen will, der muss sich aufmachen! Glauben, dass Gott existiert, kann ich auch im Fernsehsessel. Aber Licht werden kann ich nur, wenn ich mich vor die Tür begebe.

Dass bei der Herbergssuche Maria und Josef kein Zimmer bekommen hatten und weiter frieren mussten, weiß jeder. Dabei ist das das kleinste Problem. Viel schlimmer ist, das die Wirtsleute mit der geschlossenen Tür sich selbst verschlossen haben, sich eingeschlossen haben. Sie haben dadurch ein Wunder verpasst, das sie bis in die Zehenspitzen verändert hätte.

Es kann nicht Weihnachten werden, wenn wir uns in unsere eigenen vier Wände einschließen. Das spüren so viele - deshalb sind auch die Weihnachtsgottesdienste hier und allen anderen Kirchen die bestbesuchten. Aber Was für für Weihnachten gilt, gilt auch für unseren Glauben: Glauben kann ich nicht in meinen eigenen vier Wänden. Glauben heißt immer: Ich mache mich auf.

In unserem Predigtspiel gerade kam die Bekehrung der Familie auch erst, als sie sich auf den Weg zur Krippe gemacht haben. Wären sie zuhause geblieben, so hätte sich nichts geändert.

Liebe Schwestern und Brüder, Gott ist in dieser Welt erschienen. Ein Licht erstrahlt, bis auf den heutigen Tag. Es strahlt in so vielen Menschen, von großen Gestalten wie Mutter Theresa, Schwester Maria Euthymia oder Johannes Paul II. - bis hin zu dem, der mich pflegt, als ich krank war; getröstet hat, als ich weinen musste; Mut gemacht hat, als ich nicht mehr weiter wollte. Es gibt ein Licht, dass sich in so vielen Menschen widerspiegelt, bis auf den heutigen Tag, bis hier nach Halverde.

Unsere Welt ist tatsächlich heller geworden, trotz Krieg und Terror.

Aber mein Leben wird erst dann hell, wenn ich ausbreche aus den Kreisen der Gewohnheit. Glauben, das heißt leben vor der Tür. Amen.

7. Predigtvorschlag

(nimmt Bezug auf das Predigtspiel zu Weihnachten Nr. 1) - Auch ohne diesen Bezug möglich

Liebe Schwestern und Brüder!

In den letzten Schultagen ist mir deutlich geworden, warum der Engel den Hirten auf dem Feld und nicht den Lehrern oder Priestern erschienen ist: Die Hirten hatten nicht soviel zu tun. Die haben noch hingehört. In deren Terminkalender war nämlich noch Platz...

(In dem kleinen Spiel, das wir gerade erlebt haben, ist uns der Engel erschienen. Wir haben uns während der Vorbereitung überlegt, wer denn wohl der Einladung des Engels gefolgt wäre, wenn er heute erscheinen würde. Vermutlich nicht so viele... aus den einfachen Gründen, die wir gerade gehört haben: Wir haben uns auf etwas anderes eingestellt, unsere Festtage sind schon verplant.)

Dahinter steckt eine Grundhaltung. Es muss alles bestens und sorgsam organisiert werden. Nicht nur unsere Feierlichkeiten, sondern unser ganzes Leben. Wenn wir uns allerdings nach allen Seiten absichern wollen, kostet das viel Zeit und Organisation - und Nerven. Klappt alles, dürfen wir uns auf die Schulter klopfen. «Haben wir das nicht wieder gut hingekriegt?»
Wenn aber mal etwas schief geht - oder schief zu gehen droht - dann liegen unsere Nerven blank. Am liebsten würden wir die Schuld für das Misslingen anderen in die Schuhe schieben, und oft genug tun wir es auch. Aber letztlich müssen wir in kauf nehmen, dass wir für das, was wir selbst in die Hand nehmen, auch selbst verantwortlich sind.

Wir haben die Verantwortung für unser Leben übernommen und tragen sie jetzt selbst.

Und wir tragen so sehr daran, dass wir keinen Platz mehr für Gott haben. Keinen Platz in der Herberge, kein Luft mehr für Gottesdienste, keine Zeit mehr fürs Gebet. (Keine Chance mehr für den Engel Annika.) Wir haben auch keinen Grund mehr zu beten: Wir haben doch alles schon selbst organisiert. Wir brauchen Gottes Hilfe nicht mehr. Wenn wir beten, dann allerhöchsten noch darum, dass Gott unsere eigenen Pläne nicht durchkreuzt: «Lieber Gott, bitte, halte dich da heraus. Ich habe mir alles schon so schön zurechtgelegt, bring jetzt nicht alles durcheinander.» Wenn wir beten, dann doch meist darum, dass Gott uns nicht von unseren Plänen erlöst, sondern sie durch Abwesenheit unterstützt!

Bei den frühen Christen gab es das schon einmal. Eine starke philosophische Bewegung in den ersten Jahrhunderten, Pelagianismus genannt, behauptete nämlich, dass wir uns selbst erlösen müssten. Nicht Gott, sondern wir sind es, die für unser Heil zuständig sind. Nicht Gottvertrauen, sondern Selbstvertrauen ist wichtig. - Gottseidank hat Gott sich nicht daran gehalten, und gottseidank hat sich der Pelagianismus nicht halten können: Die Christen der ersten Jahrhunderte haben diese Auffassung als absolut unchristlich abgelehnt. Und wenig später verschwand diese Philosophie.

Aufmerksame Theologen sind allerdings inzwischen der Meinung, dass der Pelagianismus inzwischen zurückgekehrt ist. Es gibt deutliche Anzeichen dafür:
Gottesdienste werden immer weniger gefeiert, dafür immer mehr organisiert. Schließlich sind wir verantwortlich für einen guten Gottesdienst. Nicht Gott.
Wir haben kaum noch den Mut, Sonntags die Arbeit ruhen zu lassen - ob im Handel oder in der Landwirtschaft. Schließlich sind wir verantwortlich für unser Einkommen. Nicht Gott.
Wir haben selten Lust und Ruhe, zum Gebet in die Kirche zu gehen, ob während der Gottesdienste oder still für uns. Letztlich ist ja nicht Gott für meine Freizeit zuständig, sondern ich.
Wir wollen unsere Freunde und Bekannte nicht verlieren oder überfordern, indem wir unsere Kirchlichkeit betonen. Denn meine Freunde suche ich mir ja aus, nicht Gott.
Wir ertrinken in Aktivismus, in einer ständigen Beschäftigung und Berieselung, wir schnappen nach Luft, um den Terminen noch nachzukommen; erfinden Handys und Computer mit Zugang zum Internet, damit wir noch mehr zu tun haben.

Aber an Weihnachten kommt alles anders: Gott ergreift die Initiative. Er kommt zu uns Menschen. Da sind nicht Philosophen, die sich ein Erlösungsprogramm ausgedacht haben, oder Psychotherapeuten, die eine heilsame Botschaft zusammengestellt haben. Es sind Engel, die uns Gottes Initiative bekannt geben; es ist Gott, der zu uns kommt. Eine weihnachtliche Botschaft ist: «Euer Heil und Unheil hängt nicht von Euch ab! Werft die Lasten ab, die Ihr tragt! Lasst Euer ewiges Organisieren und vertraut auf Gott!» Es hängt nicht alles von uns ab; viel, viel weniger, als wir glauben. Klar, wir müssen uns dann mit etwas weniger äußerem Komfort zufrieden geben - aber dafür steigt dann unsere innere Lebensqualität. Angefangen bei den heilenden Magengeschwüren bis hin zum zurückgewonnen Familienfrieden.

An Weihnachten kann der Mensch an der Krippe nichts anderes tun als Staunen. Joseph und Maria haben nichts planen können. Keiner der Hirten hat etwas organisiert. Alles hat in Gottes Händen gelegen. Es brauchte auch nichts geplant zu werden, Gott sorgt schon für seine Kinder. Eine Luxus-Karawane oder eine 4-Sterne-Herberge waren nicht nötig. Der Ein-Stern-Stall in Bethlehem hat vollkommen gereicht.
An Weihnachten sind wir nicht die Schenkenden, sondern die Beschenkten. Was für das nächste Jahr unter unserem Weihnachtsbaum liegt, bestimmt Gott. Was der Engel uns verkündet - ob Jesus nun auf dem Langenacker oder hinterm Osterbauer ankommen wird - braucht keinen menschlichen Souffleur. Er weiß schon, was er uns zu sagen hat.

Was Not tut, ist zu delegieren. Anderen Vertrauen. Gott etwas zutrauen. (Beispiele aus der Gemeinde...). Natürlich wird es dann nicht immer ganz genauso, wie ich es mir gedacht habe. Aber oft wird es sogar besser.

Ein bisschen mehr Passivität, gottgefüllte Passivität, tut uns manchmal ganz gut, auch wenn es uns schwer fällt. Ein bisschen weniger reden, dafür hinhören. Auf den Gesang der Engel, auf die Botschaft Gottes. Ein bisschen weniger Tun, dafür etwas mehr Gebet. Etwas weniger Action, dafür mehr Humor. Weniger Medikamente gegen Magengeschwüre, dafür mehr Gelassenheit.

Liebe Schwestern und Brüder, es hängt nicht alles von uns ab. Es gibt einen Gott. Frohe Weihnachten! Amen.

8. Predigtvorschlag

(nimmt Bezug auf das Predigtspiel zur Weihnachten Nr. 4) - Auch ohne Predigtspiel möglich

Liebe Schwestern und Brüder,

(in dem Traum, den wir gerade gesehen haben, spricht der Engel die erlösenden Worte: «Es ist Euch der Retter geboren, der Heiland, der Herr!» Natürlich, es war nur ein Traum. Aber)

versetzen Sie sich nur für einen Moment in die Vorstellung, es gibt keinen Gott. Es gibt keinen Gott, keine Bibel, keine Gottesdienste, keine Kirche. Sie glauben an nichts als an das, was sie sehen.

(kurze Stille)

Auf den ersten Blick wären wir von einer ziemlichen Last befreit: Keine Sünde mehr, keine Hölle, keine Gebote und kein schlechtes Gewissen. Niemand, der uns belohnt oder straft, wir können tun und lassen, was wir wollen.

Dieser erste Blick ist attraktiv, besonders für diejenigen, die schon einmal ein wenig geglaubt haben, so ein bisschen. Die ab und zu in der Kirche sind, ein paar Gebet kennen und ein paar Sakramente empfangen haben. Der Verlust des Glaubens kann eine echte Befreiung sein.

Aber auf den zweiten Blick beginnt dann die Welt und das Leben dunkel zu werden: Keine Hoffnung für den, der unschuldig leiden muss; keine Belohnung für den, der den guten Kampf kämpft und darin umkommt. Keinen Sinn in dem Leben einer Schwester Maria Euthymia, die nichts erreicht hat: Für den, der nicht an Gott glaubt, ist an ihrem Leben nichts reizvolles.
Es macht keinen Sinn, sich für andere einzusetzen, wenn es mich selbst Opfer kostet. Es macht keinen Sinn, überhaupt anderen Gutes zu tun - es sei denn, um mir selbst ein Gutes Gefühl zu geben.

Alle Menschen verspüren eine tiefe Sehnsucht, ein unstillbares Verlangen nach Leben und Liebe. Menschen, die ihren Glauben verloren haben, versprühen diese Sehnsucht vielleicht noch mehr - und leiden darunter. Sie sehnen sich nach Sinn - und suchen ihn in Zerstreuung, Vergnügen, Gewinn und Erfolg - um jeden Preis. Solche Menschen können leicht unsympathisch werden.

Und dennoch sendet Gott seinen Engel diesen Menschen, ihnen eine große Freude zu verkünden: Es gibt Gott, mehr noch: Er ist hier, mitten unter uns. Es gibt einen Sinn, es gibt ein Leben ohne Ende und es gibt jemand, der uns liebt und der es mehr als alle und alles verdient hat, von uns geliebt zu werden.

Das ist die Botschaft des Engels.

Die Weihnacht vor zweitausend Jahren ist vergangen. Das Lied der Engel ist verklungen und der Glanz der Krippe verblasste schon im nächsten Morgengrauen.

Jetzt ist es an uns, zum Engel zu werden.

Denken sie nicht in erster Linie daran, zu teilen und zu spenden und Lebensmittel zu verteilen und Kirchensteuern zu zahlen. Die Menschen, die ihren Glauben verloren haben, können ihren Hunger damit nicht stillen. Sie versuchen es ständig - da sollten wir nicht ins gleiche Horn stoßen.
Nein, zum Engel werden wir, wenn wir das Lied der Weihnacht aufnehmen: Es gibt Gott, mehr noch: Er ist hier, mitten unter uns. Es gibt einen Sinn, es gibt ein Leben ohne Ende und es gibt jemand, der uns liebt und der es mehr als alle und alles verdient hat, von uns geliebt zu werden.

Liebe Schwestern und Brüder, werden sie ein Engel, der Erlösung bringt. Reden sie davon, nicht nur an Weihnachten. Erzählen Sie ihren Kindern von ihrem Glauben und geben Sie ihnen damit ein größeres Geschenk als alles andere, was Sie für Geld kaufen können.
Bringen Sie Licht in diese Welt, in dem sie Gott verschenken. Reden sie davon, und wenn ihnen die Worte fehlen, dann singen Sie. Beten Sie. Seien Sie ein Engel - diese Welt braucht Sie mehr als alles andere. Amen.

9. Predigtvorschlag

Liebe Schwestern und Brüder!

Nachdem bei mir gestern Abend einige fachkundige Helfer meinen Weihnachtsbaum aufgestellt haben, habe ich mich heute morgen daran gemacht, meine Krippe aufzubauen. Ich habe noch nicht ganz so viele Figuren, wie die monumentale Krippe hier in der Kirche - und sie ist auch nicht sonderlich sehenswert - aber sie hat alles, was dazu gehört: Maria und Josef, Ochse und Esel, Hirten und Schafe. Nur das Jesuskind, das habe ich noch nicht in die Krippe gelegt - das war bei uns zuhause so üblich. Bis nach der Christmette wurde es erst einmal versteckt, - aus rein praktischen Gründen unter dem weiten Gewand der Maria.

Die anderen sechs Figuren der Krippe - ohne das Jesuskind - können uns etwas sagen: Etwas, das mit den Kerzen zu tun hat, die wir gerade eine nach der anderen gelöscht haben.

Maria zum Beispiel, eine Figur, die wir mit der Liebe verbinden können. Sie hält sich sehr im Hintergrund, fast das ganze Leben ihres Sohnes lang. Aber immer, wenn es darauf ankommt, ist sie zur Stelle: Vor allem unter dem Kreuz, als ihr Sohn von allen anderen verlassen ist, ist sie da.
So scheint es mir auch mit der Liebe zu sein: Sie drängt sich nicht in den Vordergrund, und manchmal kann man den Eindruck haben, es gäbe sie nicht mehr. Aber, seien wir einmal ehrlich: Wie oft haben wir erfahren, dass es sie doch gibt - oft genau denn, wenn es darauf ankam. Es gibt sie noch, die Liebe, genauso, wie meine Krippe eine Maria hat.

Oder Josef, der Schweigsame. Das einzige, was wir von ihm wissen, ist seine Treue Sorge um Maria und das Kind. Immer, wenn Gott ihm im Traum einen Hinweis gab, hat er dem ohne zu Zögern Glauben geschenkt.
Ja, es gibt noch Glauben, auch in der heutigen Welt, mehr, als wir oft vermuten. Statistiken und Messwerte geben unserem Leben keinen Sinn. Aber der Glaube gibt uns Halt: Und dass wir den brauchen, wissen wir im Grunde unseres Herzens ganz genau. Genauso, wie auch eine richtige Krippe eine Josef hat.

Oder der Ochse, im Gegensatz zum Stier ein gemütliches, friedliches Tier. Es hat - so erzählt die Legende - mit seinem Atem des Jesuskind gewärmt. So ist es auch mit dem Frieden in dieser Welt: Er ist nicht laut, nicht schreiend, der Friede. Und deshalb nur selten eine Meldung wert. Der Friede geht nicht aggressiv gegen den Krieg an, und deshalb wird er keine Siege verbuchen. Aber es gibt ihn, weil die Menschen die Wärme brauchen. Wenn die Kälte des Krieges lange genug gedauert hat, wird die Sehnsucht nach dem Frieden irgendwann größer sein als das Denken in Gewinn, Verlust oder Macht. Es gibt den Frieden in dieser Welt. Vielleicht nur etwas im Verborgenen - genauso wie der Ochse im Stall von Bethlehem im Hintergrund blieb.

Naja, meine Krippe hat auch einen Esel. Und der ist nicht durch seine Dummheit oder Dickköpfigkeit bekannt, sondern vor allem durch seine einmalige Begabung, sich zu freuen. Und dabei gibt er sich mit so wenig zufrieden. Seien wir ehrlich: Wahre Freude ist immer auch bescheiden. Es wird wohl kaum ein Mensch geben, der lieber sein Leben im Vergnügungspark verbringt als in der Nähe eines Menschen, der Freude versprüht. Wahrscheinlich hat sich der Esel im Stall wohlgefühlt: Weil er dort jemand hatte, der ihm Freude schenkte.

Und dann gibt es noch die Hirten: Das Sinnbild für die Ruhe und Ausgeglichenheit. Hirten haben Verantwortung, eine schwere Aufgabe und es nicht immer leicht. Aber sie sind ganz für ihre Aufgabe da - und machen nicht noch tausend Sachen nebenher. Und es gibt sie noch heute - die Menschen, die die Ruhe in Person sind. Bewundernswerte Menschen, weil sie sich nicht von Kleinigkeiten aus der Fassung bringen lassen.

Es gibt aber auch die Schafe, die sich vor allem durch ihr Vertrauen zu den Hirten auszeichnen. Sie wissen, dass der Hirt es gut mit ihnen meint, und deshalb vertrauen sie ihnen.
Auch wenn unsere Welt vielleicht einen anderen Anschein hat: Ohne ein solches Vertrauen könnten wir gar nicht leben. Es gibt viel mehr davon, als wir spüren: Uns fällt es erst auf, wenn jemand unser Vertrauen missbraucht.

Aber alle diese Figuren könnten nicht bestehen ohne den eigentlichen Mittelpunkt: Das Jesuskind.

Denn das ist das Zeichen der Hoffnung, das Gott der Welt gibt. Jedes Kind zeigt, dass Gott unsere Welt noch nicht aufgegeben hat. Und gerade das Kind in der Krippe zeigt, warum es noch Grund zur Hoffnung gibt: Denn dort versammeln sich Maria und Josef, der Ochse, der Esel, die Hirten und die Schafe. Dort finden wir Ruhe, Frieden, Vertrauen, Freude, Liebe und Glauben. Ohne die Hoffnung wären alle diese Werte längst aufgegeben worden. Ohne die Zusage Gottes, dass er diese Welt und damit jeden einzelnen von uns für liebenswert hält, hätte sie jede Hoffnung und damit jeden Wert verloren.

Aber dem ist eben nicht so: Und das, liebe Schwestern und Brüder, das ist Weihnachten. Das ist die Botschaft der heiligen Nacht: Wir haben allen Grund zur Hoffnung, denn Gott steht noch immer auf unserer Seite. Amen.

10. Predigtvorschlag: Barbie im Nirwana

Liebe Schwestern und Brüder, hat jemand von Ihnen dieses Jahr eine Barbie-Puppe geschenkt bekommen? Ich musste letztes Jahr - gegen meine Überzeugung - und auch gegen die Überzeugung meiner Schwester - meinem Patenkind Sarah eine solche Puppe schenken.

Barbie-Puppen sind seelenlose Wesen. Dass sie kein Eigenleben haben, dass sie gefühllos und leblos sind, dass macht sie gerade zum Spielzeug. Um mit ihnen zu spielen, muss man ihnen Leben einflössen - eine Aufgabe, die Kinder gerne übernehmen, wenn auch nur für kurze Zeit.

Vielleicht liegt im Erfolg dieser Barbie-Puppe ein verborgener Wunsch der Menschen: So zu sein wie diese Puppe. Seelenlos und gefühllos. Für viele östlichen Religionen und auch für viele aus unserer aufgeklärten, westlichen Welt ist das die Erlösung. Das «Nirwana», der Ort, an dem sich Freude und Leid, Schmerzen und das eigene Ich einfach in Nichts auflösen. Nirwana ist inzwischen auch für viele Christen der Begriff der Erlösung. «Erlöst von Schmerzen, vom Leiden, einfach nicht mehr sein. Dann kann ich auch nicht mehr verletzt werden.» So eine Barbie-Puppe ist zwar ziemlich hohl, aber unverletzlich schön.

Gott allerdings hält nicht viel von Barbie-Puppen, und mit dem Nirwana kann Gott auch nicht so viel anfangen. Er geht den anderen Weg: Er zieht sich nicht zurück und freut sich darüber, dass er mit unserer unheilvollen Welt nichts zu tun hat, sondern er kommt in unsere Welt, in all das Leid und Unheil, Krieg und Elend, Krankheit und Böswilligkeit. Er beginnt wie wir Menschen zu fühlen und zu leiden. Seine Liebe zu uns wird menschlich erfahrbar, aber auch verletzbar. Er ist mächtig als Gott, aber er wird wehrlos in seinem Wunsch, uns zu erlösen.

Aber warum tut Gott das? Ginge es Gott um ein «gelungenes Leben», so wäre er sicherlich im Himmel geblieben. Auf der Erde droht ihm allerlei Gefahren. Sicher ist er hier unten bei uns nicht.
In einem interessanten Buch mit dem originellen Titel «Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren» erklärt der Autor, er verstehe die Christen nicht. Warum dieser ganze Aufwand mit der Menschwerdung, dem Predigen und dem Kreuzigen und Auferstehen? Um sich mit den Menschen wieder zu versöhnen? Hätte sich dieser Gott nicht einfach selber etwas versöhnlicher geben sollen, und alles wäre wieder in Butter?

Das wäre in der Tat der einfachste Weg, wenn Gott Gesetzesgeber und Polizist wäre. «Okay, wegen Apfelklau und etwas Übermut wollen wir mal nicht so sein. Ich bin Gott und drücke einfach beide Augen zu...»

Das verkennt aber, dass es hier um Liebe geht. Wenn wir sündigen, dann verletzen wir nicht ein Gebot oder eine Regel. Wir verletzen uns und den Geliebten; manchmal so stark, dass die Liebe stirbt. Wir brechen keine Regeln, wir brechen Beziehungen ab.
Wir Menschen haben schon seit langem die Beziehung zu Gott abgebrochen. Wir empfinden doch nichts mehr, wenn wir an Gott denken. Er ist für uns eher wie ein Einrichtungsgegenstand, wie ein Stück Möbel, wie ein Bild an der Wand. Wenn Gott nicht mehr wäre, würde uns etwas fehlen. So wie wir auch ein Bild oder ein Sofa vermissen würden, weil da jetzt eine Lücke ist. Aber Liebe?

Deshalb reicht es nicht, dass Gott sich einfach nur versöhnlicher gibt, weniger nachtragend ist. Dadurch ändern wir uns nicht. Nein, er muss uns wieder neu gewinnen, um uns werben, sich zu uns herablassen, uns an sich ziehen; dabei ohne Zwang oder Druck, denn das würde jede liebevolle Beziehung wieder zerstören.

Deshalb kommt Gott als Kind von Bethlehem, deshalb ist Weihnachten ein Fest der Liebe. In der Krippe von Bethlehem liegt Jesus als Retter und Erlöser, verletzlich und wehrlos, weil er die Liebeserklärung Gottes an uns ist.

Das Geheimnis eines erfüllten Lebens liegt also nicht darin, alles Unheil zu verbannen, damit unser Leben gelingt. So erreichen wir nicht das Glück, so werden wir allerhöchsten hohl und gefühllos, wie Barbie im Nirwana.

Erst wenn wir es so machen, wie Gott es tut: Wenn wir mitfühlen, dem Leid nicht ausweichen, wenn wir lieben, auch wenn wir uns dadurch der Enttäuschung aussetzen, wenn wir uns vergeben und uns verletzbar machen, gewinnt unser Leben Fülle, Tiefe und Glück. Gerade weil wir dann auch empfänglich sind für das Leid, sind wir empfänglich für das Glück.

Gott erfüllt uns Wünsche. Aber er erfüllt sie nicht so, wie wir es uns wünschen. Wenn wir uns Glück wünschen, wirkliches, erfüllendes Glück, dann muss Gott uns erst einmal die Schale abschuppen, die wir uns angelegt haben. Die Schale, mit der wir uns vor den unangenehmen Seiten des Lebens und des Glaubens schützen. Denn diese Schale, dieses dicke Fell schützt uns vor Angriffen genauso wie vor dem Glück. Wer sich nach Geborgenheit sehnt, muss erst einmal das Frieren lernen.

Liebe Schwestern und Brüder, Gott hat mit der Geburt seines Sohnes begonnen, die Welt zu missionieren. Mission heißt ja nicht, eine Botschaft überbringen. Mission heißt, sich selbst überbringen. Und jetzt ist es an uns, diese Mission fortzusetzen: Sind wir bereit, mit dem Fest der Liebe ernst zu machen?

Sind wir bereit, uns auslachen zu lassen, weil wir von Gottes Liebe reden? Sind wir bereit, Verletzungen zu ertragen, weil wir den Menschen vertrauen, auf deren Güte bauen? Sind wir bereit, arm zu werden; aus Liebe zu Gott? Sind wir bereit, aus der Hohlheit unseres gelungenen Lebens auszubrechen und uns Gott auszuliefern? Wenn Sie mit Ja antworten - und dieses Ja auch Leben - dann steht Ihnen Freude ins Haus, die sie noch nie erlebt haben. Dann werden sie Wärme spüren, die Ihnen noch kein Mensch geschenkt hat. Dann werden Sie bei Gott Geborgenheit finden, wie bei keinem Menschen auf dieser Erde. Wenn Sie Gott an die Haut lassen, werden sie den Himmel spüren.

Liebe Schwestern und Brüder, gehen sie in den nächsten Tagen in Stille einmal zur Krippe, hier in der Kirche. Bewundern Sie nicht den, der diese Krippe gebaut hat, bewundern sie nicht die Größe und Schönheit des Aufbaus. Bewundern Sie Gott, der sich in unsere Hände gegeben hat. Machen Sie Seine Liebe zu Ihrer Liebe. Amen.

11. Predigtvorschlag

(Pfr. Dr. Axel Schmidt, 2006)

Liebe Gemeinde!

Es gibt kein Fest im Laufe des Kirchenjahres, das auf die Menschen, jung und alt, eine solche Anziehungskraft ausübt wie das Weihnachtsfest. Vor allem die Liturgie der Heiligen Nacht verbreitet eine herzbewegende Stimmung, der sich niemand so leicht entziehen kann. Auch Sie haben, bevor Sie zur Feier der Christmette in die Kirche gekommen sind, in ihren Familien mit Ihren Lieben zusammen vor dem Christbaum und vor der Krippe gestanden und eine traute Atmosphäre geschaffen. Sie haben sich leiten lassen von dem beseligenden Gefühl der Freude dieser einmaligen mit Kerzenschein und Tannenduft erfüllten Nacht. Obwohl in diesen Stunden der Heiligen Nacht Stimmungen und Gefühle aufbrechen, die wir sonst in der Hetze des Alltags nicht kennen, wissen wir, daß dies alles nicht genügt. Wir müssen die Weihnachtsbotschaft auch in unser Herz und in unseren Verstand aufnehmen. Wir müssen sie als eine Botschaft aufnehmen, die an uns ganz persönlich gerichtet ist, die nicht nur für unsere Vorfahren da ist, sondern auch für uns heute. Die Botschaft ist an sich sehr einfach: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“ (Joh 3,16) Gott hat die Welt nicht sich selbst überlassen, sondern eine Rettungsinitiative gestartet, die ihren Höhepunkt darin hatte, daß er selbst in die Welt eingetreten ist. Derjenige, der seit Ewigkeit bei Gott war, der ewige Sohn Gottes, ist auf die Erde gekommen und wurde geboren von einer Frau – als kleines Kind wie jeder andere Mensch auch. Und dieses neugeborene Kind, welches an Weihnachten zum Gegenstand der Bewunderung und nostalgischer Gefühle wird, ist der Retter der Welt, der Retter also auch von dir und mir. Doch sobald ich es so auf den Punkt bringe, kann es geschehen, daß der eine oder andere die Zustimmung des Herzens und Verstandes zurückzieht. Was soll hier „Retter“ heißen? Sind wir überhaupt zu retten? Müssen wir gerettet werden? Empfinden wir uns als rettungsbedürftig? Wovon denn? – Nun können wir leicht einsehen: Wenn es kein Feuer gäbe, dann bräuchte man auch keine Feuerwehr und jede Ausbildung zum Feuerwehrmann wäre überflüssig. Wenn wir Menschen nicht in einer tiefen Not steckten, dann bräuchten wir keinen Retter, und dann wäre Weihnachten ein überflüssiges Fest. Es wäre höchstens ein Beitrag zur vorübergehenden Verbesserung der Stimmung. Die tiefe Not, aus der wir Menschen zu retten sind, ist am ehesten zu greifen an unserer Sterblichkeit, an der Vergeblichkeit unserer Anstrengungen und an dem Leid, das die Menschen einander bereiten. Je nachdem, in welcher Lebensphase jeder einzelne von Ihnen gerade ist, wird er oder sie die existentielle Bedürftigkeit stark, wenig oder gar nicht erfahren. Wir müssen ihr entgegenwirken mit all unseren Kräften, sonst macht sie uns kaputt. Und Gott sei Dank haben wir ja auch viele Möglichkeiten, unsere Not zu lindern, ja, insgesamt sogar ein weitgehend sorgen- und beschwerdefreies Leben zu führen – und sind damit vor den Menschen früherer Generationen und vieler anderer Länder äußerst privilegiert. Leider machen wir uns diese Bevorzugung nur selten bewußt: daß es uns in vieler Hinsicht besser geht als selbst den Königen vergangener Zeiten; man denke z.B. nur an die Reisebedingungen, an Informationsmöglichkeiten, an Hygiene und ärztliche Versorgung. Im Gegenteil: Wir machen uns dieses Privileg nicht nur nicht bewußt, sondern sind trotz aller Begünstigung sogar sehr häufig unzufrieden und manchmal sogar unglücklich. Dies ist ein Hinweis darauf, daß aller Fortschritt unsere Not nicht wirklich behoben und uns nicht wirklich gerettet hat. Wir haben die Bedürftigkeit nur in andere Bereiche verschoben, wo sie nicht mehr so auffällig ist und uns manchmal sogar die Illusion erlaubt, wir hätten gar keine Rettung nötig. Menschen früherer Zeiten waren so sehr in den harten Daseinskampf verstrickt und den grausamen Seiten der Natur ausgeliefert, daß sie sich tagtäglich nach Erlösung sehnten. Für sie war die Weihnachtsbotschaft unmittelbar ansprechend. Wir Menschen der Spätmoderne haben es da in dieser Hinsicht schwerer, und zwar genau deshalb, weil uns das Leben leichter erscheint. Freilich ist das nur ein Schein, hinter dem die Wahrheit nicht weniger bedrückend hervorlugt: Alle Unzufriedenheit der Menschen, alle Einsamkeit, alle Kälte, alle seelische Not sprechen eine andere Sprache. Sie schreien nicht weniger laut nach dem Erlöser und Retter, nach dem, der überirdische Kräfte hat, die Macht, einen Frieden zu geben, den die Welt offenbar immer noch nicht geben kann und nie wird geben können. Liebe Brüder und Schwestern! Einmal wieder hören wir die tröstende Botschaft von einem Gott, der diesen immerwährenden Ruf der Menschheit nicht ungehört verhallen läßt, sondern mit der größtmöglichen Liebe darauf antwortet: indem er sich selbst in das Elend des Menschenlebens herabläßt, um uns die verlorene Würde wiederzugeben. Unsere Würde ist nämlich ein Gut, das man nicht wie einen Mantel kaufen und umlegen kann. Gott kann uns die Würde nicht einfach wie ein Etikett anheften, denn die Würde ist ein Gut der Person, ein solches, das im Herz seinen Sitz hat und ohne die freie Annahme nicht gegeben werden kann. Die Würde ist ein Gut, das der Mensch sich nicht selbst zurückgeben kann, wenn er es verloren hat, das er andererseits aber doch nicht von außen, sondern nur von innen erlangen kann. Darum ist Gott Mensch geworden, weil so beides zusammenkommt: Gott, der die Würde wiederherstellt, und ein Mensch, der diese Würde innerlich annimmt. In Jesus Christus begegnet uns der erste Mensch, der trotz aller äußeren Armut und Not innerlich ganz und ungeschmälert die Würde besitzt, Kind Gottes zu sein. Darum strahlt uns dieses Kind so an, darum leuchtet auf seinem Antlitz der göttliche Glanz eines unverfälschten Ebenbildes Gottes. Darum heißt der zentrale Satz des Prologs im Johannesevangelium: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“ (Joh 1,14) „Allen, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden“, heißt es dort gleichfalls (Joh 1,12). Ein Kind Gottes ist derjenige Mensch, der dem Gottmenschen Jesus Christus begegnen und sich von ihm die verlorene Würde zurückschenken läßt. Dies geschieht durch Aufnahme des Erlösers, d.h. durch Annahme der Weihnachtsbotschaft. Dann wird auch etwas von dem Glanz des Antlitzes Christi auf den Christen übergehen. Der gläubige Mensch ist die einzige Bibel, die die Öffentlichkeit noch liest. Nehmen wir den Frieden, der uns heute wieder angeboten wird, an und verbreiten wir ihn über die Menschen in unserer Nähe! Zögern Sie nicht, noch heute Frieden zu schließen mit einem Menschen, mit dem Sie in Streit liegen!

12. Predigtvorschlag

(Pfr. Dr. Axel Schmidt, 2005)

Liebe Gemeinde!

„Nun freut euch, ihr Christen!“, heißt es in einem beliebten Weihnachtslied. Und jedem ist klar, daß man diese Freude nicht allein haben kann, man muß sie mit anderen zusammen erwecken und zum Ausdruck bringen. Darum sind wir hier in der Kirche zusammengekommen. Wieder ist Weihnachten, heiß ersehnt von den Kindern, herbeigewünscht aber auch von vielen anderen, die in den letzten Tagen und Wochen schwer gearbeitet haben und sich nun auf die Feiertage freuen.

Neulich habe ich in einer Predigt gesagt: „Weihnachten ist kein Fest zum Kuscheln.“ Vielleicht hätte ich etwas genauer sagen müssen: Weihnachten darf sich nicht in Kuschellaune erschöpfen. Das gilt auch für diejenigen, die frisch verliebt sind, oder für junge Eltern, die sich an den strahlenden Augen ihrer kleinen Kinder erfreuen. Bei allen großen Gefühlen, die seit alters her mit diesem Fest verbunden sind, dürfen wir es doch nicht auf bloße Sentimentalität herabstufen. Weihnachten ist zweifellos ein schönes Fest, aber es geht nicht um einen niedlichen Knaben, dessen lockiges Haar uns entzückt. Schon das Geschehen der Heiligen Nacht war alles andere als sentimental – eine Geburt wie diese würden wir keiner Familie, keinem Ehepaar und keinem Kind wünschen. Schon das Geschehen der Heiligen Nacht kennt die ganze Dramatik, die das Leben mit sich bringt und uns abverlangt. Das Evangelium des Weihnachtstages bestätigt diesen Eindruck: „Das Licht kam in die Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfaßt.“ (Joh 1,3) Und an anderer Stelle heißt es: „Die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, haßt das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden.“ (Joh 3,19f)

Damit ist schon angedeutet, warum so viele Menschen Jesus nicht aufnahmen, ihm weder Herberge gaben noch später seine Botschaft hören geschweige denn umsetzen wollten: weil sie Angst vor dem Licht, Angst vor der Wahrheit hatten. Und dieses Drama der Verweigerung geht bis heute weiter. Wie viele schenken auch heute lieber denen Glauben, die ihnen schmeichlerisch das Blaue vom Himmel versprechen, als der Kirche, die seit 2000 Jahren unbeirrt die göttliche Offenbarung in Erinnerung ruft und dabei immer wieder auf den Ernst dieser Botschaft hinweisen muß!? Die Kirche muß der Versuchung widerstehen, die Frohe Botschaft als Spaßprogramm auszulegen, sie zu verniedlichen und zu banalisieren, sonst kann sie die Menschen nicht vor weltfremden Träumereien bewahren.

Das gilt auch für das Verständnis von Frieden, wenn wir – zu Recht – sagen, Weihnachten sei das Fest des Friedens. Der Friede, den die Engel in der Heiligen Nacht verkündet haben, ist offensichtlich keine aus dem Hut gezauberte allseitige Harmonie, die automatisch auf jeden übergeht, der ihren Gesang hört. Das hätten wir vielleicht gerne, aber so ist es nicht. Der Friede, den der menschgewordene Gottessohn tatsächlich gebracht hat und weiterhin bringt, ist vielmehr ein Geschenk, das denjenigen ergreift und verwandelt, der sich bewußt für das Licht und die Wahrheit entscheidet und der sich aufrufen läßt, nun seinerseits für den Frieden in seiner Umwelt einzutreten. Der Friede der Weihnacht muß unsererseits angenommen werden, sonst bleibt die Rede vom Frieden hohl und leer. Wer nur die Frucht des Friedens will, nämlich behagliche Ruhe, Wohlstand und Prosperität, aber selber nichts für den Frieden tun will, der wird leer ausgehen. Frieden kann heute nur der erfahren, der gewillt ist, selbst im tiefsten Herzen ein friedlicher Mensch zu sein.

Frieden zwischen Menschen ist keineswegs selbstverständlich – das hat uns das Jahr 2005 wiederholt schonungslos vor Augen geführt: Terror und Gewalt im Irak und in Afghanistan, bestialische Grausamkeiten im Sudan, Anschläge sogar in Europa, in London. Wir dürfen uns nicht ausruhen auf den Lorbeeren anderer und die 60 Jahre Zeit ohne Krieg im eigenen Land für unser eigenes Verdienst halten. Schneller als wir glauben, kann diese Illusion wie eine Seifenblase zerplatzen – das sehen wir an den bürgerkriegsähnlichen Krawallen in Paris im jüngsten Herbst. – Der Friede ist ein sehr zerbrechliches Gut, und da ist er der Gesundheit sehr ähnlich. Meist merkt man erst, wenn sie verloren ist, wie kostbar die Gesundheit ist, doch dann ist es zu spät. Dann jammert man: „Ach hätte ich doch nicht soviel Raubbau an meiner Gesundheit getrieben!“ Und genauso kann es geschehen, wenn der Friede plötzlich nicht mehr da ist. Doch immerhin spricht heute jedermann von der Notwendigkeit, etwas für die Gesundheit zu tun, doch wer mahnt die Menschen zur regelmäßigen Friedensarbeit?

Darum habe ich mir vorgenommen, dies ab heute immer wieder zu tun, Ihnen und auch mir selbst eindringlich vor Augen zu führen, wie unermeßlich wichtig es ist, daß wir als Gemeinde Friedensdienst leisten. Da ist jeder gefragt, und keiner sage, das gehe ihn nichts an, das sei höchstens eine Sache für die Politik oder die Polizei! Freilich müssen wir dazu wissen, wo die Unfriedenskeime liegen, die ähnlich wie die Krankheitserreger eine ganze Kettenreaktion entfalten und sich seuchenartig ausbreiten können. Von Paris können wir lernen, daß man die soziale Gerechtigkeit nicht mit Füßen treten darf: Wer die Wehrlosen im Lande ausgrenzt und ihrer Zukunft beraubt, der begeht soziale Brandstiftung.

Ein Sprichwort lautet: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Und wir müssen hinzufügen: Es gibt nicht nur böse Nachbarn, sondern wir selbst tragen alle möglichen sündigen Neigungen in uns, die immer wieder zu Streit und Unfrieden, ja zu katastrophalen Schicksalen führen können. Nach Auskunft der Bibel hat aller Unfrieden seine Wurzel im inneren „Kampf der Leidenschaften“ (Jak 4,1), d.h. in sündigen Gedanken und Begehren, die man nicht zu beherrschen gelernt hat. Ich nenne nur ein paar Beispiele: Habsucht und Neid, weitverbreitete Untugenden, die das Klima in Familien, Betrieben, Gemeinden, Ländern und auf der ganzen Welt vergiften; Stolz, Ehrsucht und Rechthaberei, die nur allzu häufig einen versöhnlichen Umgang miteinander verhindern; Feigheit und Bequemlichkeit, wodurch oft dem Bösen erst die Türen geöffnet werden. Wenn wir uns diesen Leidenschaften nicht widersetzen, können wir dem Frieden nicht dienen.

Liebe Mitchristen! Weihnachten ist das große Fest des Friedens, denn wir feiern einen Gott, der selbst eine unvorstellbare Friedensinitiative gestiftet hat, indem er uns vorgemacht hat, wie man aus der Spirale von Ichsucht und Streit herauskommt, nämlich durch Selbstzurücknahme, durch Demut und Verzicht. Denn „derjenige, der Gott gleich war, hielt nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.“ (Phil 2,6-8) Auf diese Weise hat uns der Mensch gewordene Gottessohn das Geschenk der Versöhnung und des Friedens gemacht – um einen geringeren Preis war es nicht zu haben. Erweisen wir uns dieses großen Geschenks würdig, indem wir uns fest vornehmen, der Friedensinitiative Gottes beizutreten und die bösen und unwürdigen Regungen in unserem Innern zu beherrschen. Dann können und sollen wir auch beten:

Herr, mache mich zu einem Werkzeug des Friedens.
Laß mich Liebe bringen, wo Haß ist.
Laß mich verzeihen, wo Schuld ist.
Laß mich vereinen, wo Zwietracht herrscht.
Laß mich Wahrheit bringen, wo Irrtum ist.
Laß mich Glauben bringen, wo Finsternis ist.
Laß mich Freude bringen, wo Leid ist.

13. Predigtvorschlag

(Pfr. Dr. Axel Schmidt, 2004)

Liebe Gemeinde!

In dieser Heiligten Nacht (an diesem Weihnachtsmorgen) haben wir uns auf den Weg zur Kirche gemacht. Wir feiern die Geburt Christi. Was die Propheten des Alten Bundes verheißen haben, ist in der hochheiligen Weihnacht Wirklichkeit geworden.

700 Jahre vorher hat der Prophet Jesaja ein Licht aufstrahlen sehen, das die ganze Welt verändert, er hat die Freude gesehen, die alle Welt erfaßt. Das Licht, die Freude, der Friede gehen von einem Kind aus: „Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt.“ Gibt es etwas Machtloseres, etwas Hilfloseres als ein Kind? Und doch wird jedes Jahr an Weihnachten deutlich, welche Macht von diesem Kind ausgeht. Menschen fangen wieder an, an das Gute zu glauben, Menschen finden den Weg zur Kirche. Menschen denken aneinander, versöhnen sich.

Vom Weihnachtsfest geht ein Zauber aus, der Menschen aus allen Kulturen anspricht. Wo kommt dieser Zauber her? Warum verblaßt er nicht mit den Jahren? Der Zauber der Weihnacht besteht darin, daß alles zusammenstimmt: das Zeichen, die emotionale Empfänglichkeit für das Zeichen und seine religiöse Bedeutung. Das Zeichen ist schlicht: ein neugeborenes Kind, das arm und hilflos in einer Krippe liegt, umgeben von seinen Eltern und einigen staunenden und hilfsbereiten Menschen. Auf so ein Kind reagiert der normale Mensch immer mit Zuneigung und Herzenswärme, zumal wenn seine Bedürftigkeit so deutlich ist. Selbst schwer beschäftigte Menschen oder solche, die selbst voller Sorge um ihren Lebensunterhalt sind, vergessen für einen Augenblick, was sie bedrückt und öffnen ihr Herz für das Kind. Bliebe es freilich dabei, dann wäre die Wirkung des Zeichens bald erschöpft. Die Hirten würden wieder nach Hause gehen, und von Engeln wäre schon gar nicht die Rede gewesen, höchstens im bildlichen Sinne. Bestimmt würde kein Mensch auf dieser Erde im Jahr 2004 Weihnachten feiern, niemand wüßte, was für eine geweihte, heilige Nacht gemeint sein könnte.

Zur Weihnacht wird das Ereignis erst durch die religiöse Bedeutung des Zeichens: Im neu geborenen Kinde stehen wir nicht einfach nur einem Menschen gegenüber, sondern unserem Schöpfergott höchstpersönlich. Der unbegreifliche Gott läßt sich in diesem Kind berühren und liefert sich dem Menschen aus. Wie kann das sein? Verstehen werden wir es nie, aber das Herz erfaßt doch etwas von der unerhörten Liebe, die sich da kundtut. Gewiß – Gott ist unser Schöpfer und darum unser Herr. Ihm gebührt Anbetung und Gehorsam. Das wissen alle, die verstanden haben, was der Name „Gott“ bedeutet, das wissen die Juden und alle heidnischen Völker. Aber ein herzliches Verhältnis zu Gott ist damit noch lange nicht gegeben, wohl Respekt und Angst, aber keine Liebe. Doch nun erfahren wir, daß dieser Gott nicht nur unseren Respekt will, sondern unsere Liebe, und dafür ist ihm nichts zu schade. Dazu entäußert er sich all seiner Macht, wird niedrig und gering und wählt als Zeichen für seine entäußernde Liebe das Kind. Gott schenkt sich selbst in diesem Kind, er schenkt sich ganz und gar und gibt sich völlig preis. Der Apostel Paulus hat dies später so ausgedrückt: „Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen.“ (2 Kor 8,9) Die Güte und Menschenfreundlichkeit unseres Gottes erscheint in jenem armen Kind, welches die Hirten in der Krippe fanden. Die Antwort Gottes auf die Friedlosigkeit der Welt liegt in der geheimnisvollen Geburt eines Kindes, das trotz seiner scheinbaren Bedeutungslosigkeit die Welt verändert. Die Geburt des Christkindes hat über der Welt einen Stern aufgehen lassen, der nicht mehr versinkt.

Das haben zuerst die ganz einfachen Menschen gemerkt, die Hirten, freilich aufmerksam gemacht durch die himmlischen Boten. Sie gingen hin zu dem Kind und teilten mit ihm ihre wenigen Habseligkeiten. Etwas später kamen die Vertretet der Gelehrtenschaft, die Weisen aus dem Morgenland, geführt vom Stern. Sie brachten dem Kind ihre Schätze mit, Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Nun sind wir gefragt, die wir aus unserem Alltag herausgetreten sind und in der Kirche die alte und stets neue Botschaft hören. Wir stehen vor der Krippe und hören ganz leise in uns die Frage: Was schenke ich dem Christkind? Was erwartet Jesus am Weihnachtsfest dieses Jahres von mir persönlich, von mir ganz allein? – Da können vielleicht einige denken: Ich habe dieses Jahr wieder viel Geld für die Adveniatkollekte mitgebracht, das soll mein Geschenk sein fürs Christkind. Ich möchte sie darin bestärken, es genau so zu sehen: als Geschenk fürs Christkind, denn schließlich sagt Jesus ja: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ – Arme und geringe Brüder und Schwestern hat Jesus genug, nicht nur im fernen Lateinamerika. Vielleicht gibt es einen Menschen, dem ich noch nicht verziehen habe?! Vielleicht ist es für den einen oder anderen hier in der Kirche an der Zeit, einen Schritt zur Versöhnung zu wagen – das Christkind würde sich freuen.

Vermutlich sind auch eine Reihe Menschen hier, die dem Christkind etwas versprechen könnten, was unmittelbar mit ihm zu tun hat: ihm wieder mehr Raum in ihrem Leben zu geben, ihm sonntags die ihm zustehende Zeit und Aufmerksamkeit einzuräumen. – Wieder andere haben einen lieben Menschen verloren und hadern noch mit Gott über den Verlust. Den verstorbenen Menschen loszulassen, auch das kann ein Geschenk sein, das dem Kind in der Krippe dienlich ist. Die ewige Ruhe ist schließlich nichts Schlimmes, sondern die Vollendung aller Liebe und allen Glücks.

Das Kind in der Krippe lächelt uns zu und macht uns Mut, unser Leben anzunehmen, auch mit seinen harten Seiten. Keiner soll sich heute aus der Liebe Gottes ausgeschlossen fühlen und denken: „Für mich hat das alles keine Bedeutung, an mir geht das alles vorbei.“ Jeder kann heute neues Vertrauen fassen, angenommen und geliebt zu sein. Auch wenn ich dies mit allgemeinen Worten sage, so ist es doch für jeden höchst persönlich gemeint. Auch ich als Priester kann mich nicht hinter allgemeinen Aussagen verstecken, sondern muß auch für dieses Jahr Weihnachten meinen Sinn finden und mir überlegen: Und was schenke ich dem Christkind? – Meine Antwort, jedenfalls ein Teil von ihr lautet: So gut ich kann, die Weihnachtsfreude in mich einlassen, um sie wieder auszustrahlen an möglichst viele Menschen. Mein Herz nicht eng machen, sondern weit, nicht schimpfen und nicht klagen, sondern freundlich sein, dankbar und froh.

Fürbitten

Christus, der Herr, ist uns gleich geworden, er hat das menschliche Leben ganz mit uns geteilt. So beten wir heute zu ihm in den Freuden und Sorgen der Menschen:

  • Die ganze Kirche ist voll Freude und Liebe in den weihnachtlichen Tagen. Gib, dass diese Freude nicht nur bei den Äußerlichkeiten stehen bleibt, und dass die Liebe nicht nur zum schönen Gefühl verkommt, sondern in Deiner Menschwerdung wurzelt.

  • Zwischen vielen Völkern herrscht jetzt Weihnachtsfriede. Wir bitten Dich, dass es zu einem dauernden, auf gegenseitigem Vertrauen beruhenden Weltfrieden kommt.

  • Nicht wenige sind besorgt, sie fürchten Arbeitslosigkeit, Kriegsgefahr, ungesicherte Zukunft. Schenke uns Mut für unseren Weg in die Zukunft.
    Ein besonderes Gedenken gilt den Christen in Südamerika, für die wir in der Adveniatskollekte sammeln wollen. Ermutige sie durch die Botschaft von Deinem Kommen in unsere Welt, den Frieden zu verwirklichen.

  • Viele möchten diesen Gottesdienst mit uns feiern, doch sie können nicht kommen: Sie machen Dienst für uns, sie sind durch Alter, Krankheit oder sonstigen Umständen daran gehindert. Für sie alle bitten wir Dich um Deine Nähe.

  • Wir gedenken auch unserer Verstorbenen, sei Du ihnen der endgültige Friede, tröste alle Trauernden mit Deiner Liebe und führe uns alle durch Freude und Leid zu Deiner Herrlichkeit.


Allmächtiger Gott, wir danken Dir für Deine Liebe, die sichtbar geworden ist in der Menschwerdung Christi, unseres Herrn. Amen.

Liedvorschläge (GL Bistum Münster)

Einzug: 906, 1 + 2

Kyrie: 129

Gloria: 908, 1 + 2

1. Lesung: Jes 9, 1 - 6

Zwischengesang: Neuer Morgen in unsrer Nacht

2. Lesung: Tit 2, 11-14

Graduale: 909, 1 + 2

Evangelium: Lk 2, 1 - 14

Credo: sprechen

Gabenbereitung: Ein Licht in Dir geborgen
Gabenbereitung: 139, 1 - 4

Sanctus: 864

Agnus Dei: 140, 1 - 3

Während der Kommunion: Meine Zeit steht in deinen Händen

Während der Kommunion: 142, 1 - 3

Danksagung: 143, 1 + 2

Schluss: 145, 1 - 3